Betriebsaufspaltung – was ist das?

Bei einer Betriebsaufspaltung werden zwei Dinge von der Finanzverwaltung getan. Die unternehmerische Betätigung eines Gesellschafters als solche wird umfassend betrachtet und gewerbliche Einkünfte färben auf nicht gewerbliche Einkünfte ab. Wie in dem vorigen Artikel „Sonderbetriebsvermögen – gut oder schlecht für die Steuer?“ erklärt, gibt es Besonderheiten bei der Vermietung von Grundstücken, die im Sonderbetriebsvermögen stecken. Das Problem dabei ist die Betriebsaufspaltung, die man nicht erkennt. In jedem anderen Fall ist die Betriebsaufspaltung eine bekannte Größe und man kann mit ihr rechnen und planen. Ich fang mal vorne an mit einem einfachen Beispiel. Es gibt ein Grundstück und es gibt eine Kapitalgesellschaft (bspw. eine GmbH), die kraft Gesetzes gewerbliche Einkünfte hat und dieses Grundstück mietet. Demzufolge wird für die Kapitalgesellschaft (natürlich nur bei einem Gewinn) und möglicherweise beim Gesellschafter Gewerbesteuer erhoben, obwohl der eigentlich Vermietungseinkünfte hat, die nicht der Gewerbesteuer unterliegen. Für diese steuerliche Konsequenz gibt es zwei Voraussetzungen. weiterlesen

Gewerbesteuer – was kostet sie wirklich?

Gewerblich, freiberuflich – wo ist da der Unterschied? Bei der Gewerbesteuer? Genau um diesen Punkt geht es in diesem Artikel. Die Unterschiede können gar nicht vorhanden sein oder aber immens. Was ebenfalls interessant ist – die Gewerbesteuer an sich belastet den Steuerpflichtigen nicht in dem Maß, wie sie in ihrer Höhe ausfällt. Ein Großteil der Gewerbesteuer oder sogar alles wird auf die Einkommensteuerlast des Unternehmers angerechnet. Das kommt ganz auf den Hebesatz an. Hebesatz? – Ja, jetzt ist man schon mitten drin im Thema Gewerbesteuer. Ich will mal langsam anfangen. Zuerst kommt der Gewinn. Bei Einzelunternehmern und Personengesellschaften wird ein Freibetrag von 24.500 Euro abgezogen. Den Freibetrag gibt es also nur einmal. Dieser korrigierte Gewinn ist Basis für die Höhe der Gewerbesteuer. Wichtig! Die Gewerbesteuer ist eine Unternehmenssteuer und wird dementprechend auch vom Unternehmen gezahlt. Ein Unternehmer, der an mehreren Personengesellschaften beteiligt ist bzw. mehrere eigenständige Einzeunternehmen hat, kann somit auch mehrmals den Freibetrag in Anspruch nehmen. Seit 2008 ist die Gewerbesteuer keine Betriebsausgabe mehr. Bei einer einfachen Einnahme-Überschuss-Rechnung muss die Zahlung und bei Bilanzierern die Rückstellung und Zahlung wieder auf den Gewinn aufgeschlagen werden. Der Gewinn ohne Freibetrag wird den einzelnen Unternehmern zugeordnet, die Gewerbesteuer ebenfalls in dem Verhältnis wie der Gewinn. weiterlesen

Schriftsteller im Selbstverlag (books on demand) können gewerbesteuerpflichtig sein

Schriftstellerische Tätigkeit ist grundsätzlich nicht gewerbesteuerpflichtig und unterliegt dementsprechend nicht der Gewerbesteuer. Schriftsteller gelten wie Ärzte, Steuerberater oder Rechtsanwälte als freiberuflich. Ein Vorteil der Freiberuflichkeit ist aber nicht nur Gewerbesteuerfreiheit. Bei Vorliegen einer schriftstellerischen, freiberuflichen Tätigkeit ist man ebenfalls nicht buchführungspflichtig – man kann seinen steuerlich relevanten Gewinn also ohne Bilanz erstellen und eine vereinfachte Einnahme-Überschuss-Rechnung zugrunde legen. In dem Artikel Finanzbuchhaltung und Buchführungspflicht – was muss, was kann, was darf?, habe ich eine kleine Übersicht erarbeitet, die den Unterschied grob verdeutlicht. Doch diese Einschätzung zur freiberuflichen Tätigkeit ändert sich, sollten die Bücher selbst verlegt werden. Dann entsteht eine gewerbesteuerpflichtige, schriftstellerische Tätigkeit. Die Gewerblichkeit des Verlagswesens bestimmt die Besteuerung der Einkünfte. In diesem Artikel zeige ich auf, ob tatsächlich jede Nutzung des Selbstverlages auch zwangsläufig Gewerbesteuerpflicht auslöst oder ob es Konstellationen gibt, die gerade nicht dazu führen. In dem Artikel „Gewerbesteuer – was kostet sie wirklich?“, habe ich die tatsächliche Belastung der Gewerbesteuer dargestellt, so dass im Zweifel eine Kalkulation von unterschiedlichen Vertragsformen mit den Selbstverlag-Anbietern einfacher ist. weiterlesen