Kosten eines Arbeitszimmers können Werbungskosten sein

Sie arbeiten oft zu Hause? Mir fällt es regelmäßig schwer, darin einen Vorteil oder Nachteil zu sehen. Denn eigentlich ist zu Hause arbeiten ja ganz schön, man spart sich den Weg zur Arbeit, aber andererseits möchte man zu Hause doch eher weniger mit Arbeit zu tun haben, oder? Man kann darüber sicherlich ausschweifend philosophieren, allerdings hilft das für eine Steuererklärung wenig. Denn grundsätzlich gilt, wer zu Hause arbeitet, muss auch einen Arbeitsplatz haben. Dieser Arbeitsplatz kostet Miete oder Abschreibung, Strom, Heizung, Versicherung und, und, und. Schön, dass es da zumindest noch die Einkommenssteuererklärung gibt, denn darüber kann man sich zumindest ein Teil der Kosten zurückholen. Die beruflich veranlassten Kosten eines Arbeitszimmers sind nämlich in der Regel als Werbungskosten absetzbar. Warum das so ist und für welche Berufsgruppen das gilt oder eben gerade nicht, möchte ich in diesem Artikel etwas näher bringen.

Lehrer benötigen ein Arbeitszimmer

In der Finanzverwaltung, in der Rechtsprechung und natürlich vor allem bei den Lehrern hat sich seit vielen Jahren das Bewusstsein herauskristallisiert, dass nicht alles in der Schule erledigt werden kann. Der Unterrichtsstoff muss vorbereitet werden, Elterngespräche und -abende müssen organisiert werden, Klausuren werden vorbereitet und kontrolliert. Wer sich schon einmal mit dem Berufsbild eines Lehrers wirklich auseinandergesetzt hat, versteht, warum Ferien nicht unbedingt mit Urlaub gleichzusetzen sind. Und wo werden diese Arbeiten generell erledigt? In der Schule oder im Lehrerzimmer? Natürlich nicht! Die Qualität würde in einem solchen Fall sicherlich sehr zu wünschen übrig lassen. Abgesehen davon gibt es auch Spitzenzeiten, in denen bspw. bis spät in die Nacht noch terminlich wenig aufschiebbare Unterlagen bearbeitet werden müssen (Klausuren, Zeugnisse etc.). Ein privates Arbeitszimmer ist unabdingbar. Das sieht auch die Rechtsprechung und (mittlerweile) auch die Finanzverwaltung so. Als Grundsatz kann man also festhalten – Lehrer können in der Regel die Kosten eines Arbeitszimmers als Werbungskosten in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben bzw. absetzen. In der Höhe ist sind diese Werbungskosten jedoch bei derzeit 1.250 Euro begrenzt (das ist die Regel und nur bei entsprechenden Nachweisen).

Studenten benötigen ein Arbeitszimmer

Die nächste Berufsgruppe ist eigentlich noch kein Beruf, sondern erst der Weg zum Beruf. Hier muss unterschieden werden, ob es sich um ein erstmaliges Studium handelt oder möglicherweise ein Zweitstudium oder eine Weiterbildung. Denn sofern es sich dabei um die Erstausbildung handelt, stellen alle Kosten für das Arbeitszimmer nur Sonderausgaben dar (außer wenn es im Rahmen eins Beschäftigungsverhältnisses durchgeführt wird). In den anderen Fällen sind es Werbungskosten. Werbungskosten mindern im Gegensatz zu Sonderausgaben das Einkommen auch in den negativen Bereich. Damit kann theoretisch ein Verlust entstehen, der für Folgejahre steuerlich relevant ist und künftiges Einkommen mindern kann. Wie auch immer die Kosten des Arbeitszimmers zu behandeln sind – Studenten benötigen eines.

Was ist bei einem Arbeitszimmer generell zu beachten?

Ein Arbeitszimmer – das besagt schon der Name – ist ein Zimmer, ein möglicherweise abschließbarer, separater Raum. In einem solchen Fall ist die Abgrenzung zur privaten Sphäre – also dem Wohnbereich sehr einfach und problemlos möglich. Das muss auch so sein, denn die Kosten des privaten Wohnbereiches können in der Regel steuerlich nicht berücksichtigt werden. Sollte das Arbeitszimmer anders in den Wohnraum integriert sein, wird die Abgrenzung schon schwieriger. Ein Raumtrenner (Regal, Vorhang etc.) wird zwar sicherlich in den meisten Fällen von den Finanzämtern als abgrenzendes Objekt anerkannt, ohne eine Abgrenzung und damit ohne einen geeigneten Aufteilungsmaßstab wird man jedoch häufig auf den Werbungskosten des Arbeitszimmers sitzen bleiben. Denn die Aufteilung bzw. Trennung zwischen privat und beruflich geht zu Lasten des Steuerpflichtigen.

Wer hat eigentlich kein Arbeitszimmer?

Tja – die Frage ist zugegebenermaßen provokativ und soll noch auf ein weiteres Problem aufmerksam machen. Jeder hat irgendwie einen Arbeitsplatz, an dem der private „Behördenkram“ erledigt werden kann. Das ist natürlich in der Regel von völlig untergeordneter Bedeutung und kann vernachlässigt werden. Eine berufliche Nutzung eines Arbeitszimmers und damit die betroffenen Werbungskosten werden jedenfalls dann vom Finanzamt nicht anerkannt, wenn ein entsprechender Arbeitsplatz am Tätigkeitsort vorliegt. Also ein Büro oder etwas Ähnliches. Hierunter fallen sicherlich die meisten Leser – entweder weil gar kein Arbeitsplatz notwendig ist oder weil eben ein Büro vorhanden ist. Lehrer und Studenten sollten normalerweise nicht unter diese Kategorie fallen.

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