Erbschaft, Erbschaftsteuer und Steuerklasse

Es gibt beim Thema Erbschaftsteuer einige Dinge, die anders sind, als bei der Einkommensteuer. Um ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, erklärt dieser Artikel einige grundlegende Aspekte. Was bzw. besser wann ist eine Erbschaft und wann muss Erbschaftsteuer gezahlt werden. Ist die Steuerklasse für Erbschaftsteuer identisch mit der Steuerklasse bei der Einkommensteuer? Wie hoch ist der Freibetrag bzw. der Steuersatz? Hier sind einige Unterschiede zu berücksichtigen. Der wichtigste aber auch sehr einleuchtende Unterschied ist, die Erbschaftsteuer ist eine stichtagsbezogene Steuer. Die Einkommensteuer wird immer auf das gesamte Jahr berechnet, die Erbschaftsteuer kann auch mehrmals pro Jahr anfallen.

Steuerpflicht bei Erbschaftsteuer

Eine interessante Frage betrifft die generelle Pflicht zur Versteuerung einer Erbschaft, vor allem wenn das Vermögen im Ausland gelegen ist, der verstorbene Erblasser oder der Erbe im Ausland leben bzw. gelebt haben. Hier sollte man wissen, dass die Finanzverwaltung üblicherweise eine unbeschränkte Steuerpflicht annimmt – unbeschränkt bedeutet immer, dass alles versteuert wird. Nur in dem Fall, dass das Vermögen im Inland (also grob gesagt Deutschland) und der Erblasser sowie Erbe im Ausland wohnen, besteht die Möglichkeit einer beschränkten Steuerpflicht (in diesem Fall also nur die Besteuerung des inländischen Vermögens). Hierbei sind jedoch Auswirkungen auf den Freibetrag (der sinkt auf 2.000 Euro) und somit die letztlich zu zahlende Erbschaftsteuer zu berücksichtigen.

Die Steuerklasse und der Freibetrag bei der Erbschaftsteuer

Im Gegensatz zur Steuerklasse bei der Einkommensteuer gibt es nicht 6 Steuerklassen, sondern nur 3. Die Steuerklasse ist nur begründet aufgrund des verwandtschaftlichen Verhältnisses zwischen Erblasser und Erbe. Das ist wichtig für den Freibetrag und den Steuersatz. Hier gibt es erhebliche Unterschiede. Prinzipiell kann man sich merken, dass mindestens 20.000 Euro Freibetrag gelten (außer bei einer beschränkten Steuerpflicht – siehe oben). Nur in dem Fall der Steuerklasse 1 ist der Freibetrag höher. In Steuerklasse 1 bei einer Erbschaft sind nur Verwandte gerader Linie enthalten. Das bedeutet: Oma und Opa – Mama und Papa – Ehepartner – Kinder – Enkel – wobei dieses System natürlich noch weitere Generationen einschließen kann. Geschwister, Onkel und Tanten oder ähnlich nahe Verwandte sind bereits Steuerklasse 2.

Die Erbschaftsteuer und die Erbschaftsteuererklärung

In vielen Fällen ist eine Erbschaftsteuererklärung gar nicht nötig. Es gibt neben den Freibeträgen auch andere steuerfreie Bestandteile einer Erbschaft wie bspw. Hausrat oder steuerbegünstigtes Vermögen wie Anteile an Unternehmen oder Wohneigentum. Allerdings obliegt es natürlich dem Finanzamt, die Steuer festzustellen. Häufig kommt nach einiger Zeit auch Post vom Finanzamt, eine Steuererklärung abzugeben. Auch ohne diese Aufforderung ist man jedoch verpflichtet, eine Erbschaftsteuererklärung abzugeben, wenn man ein Erbe erhalten hat. Teilweise wird vom Erblasser bzw. vom zuständigen Amtsgericht ein Testamentsvollstrecker (bspw. ein Steuerberater) bestellt. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die Erstellung solcher Erklärungen.  Sollte ein Nachlassverwalter vom Erben bzw. von der Erbengemeinschaft beauftragt worden sein, bereitet dieser die Erledigung der steuerlichen Pflichten ebenfalls vor.

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