Die häufigsten Fehler in der Steuerberaterrechnung

Eine Steuerberaterrechnung ist für viele, die eine solche Dienstleistung noch nie erhalten haben, immer etwas ungewöhnlich. Hier stehen Gebühren nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV – die Steuerberatergebührenverordnung (StBGebV) galt nur bis 2012) mit einem Multiplikator und natürlich der entsprechenden Bezeichnung drauf. Dieser offizielle Anschein hat einen ganz bestimmten Grund. Steuerberater sind über ihre Steuerberaterkammern (die Aufsichtsbehörde) organisiert, die wiederum in ein gesetzliches Gerüst eingebettet sind. Da es sich bei Steuergesetzen um einen wichtigen Beitrag zur Staatsfinanzierung handelt, sollen hierüber auch die Personen, die über diese Gesetze beraten und Auskunft erteilen nur in einem ganz bestimmten „seriösen“ Rahmen tätig werden. Deswegen dürfen prinzipiell nur diejenigen (z.B. Steuerberater), die von den Steuerberaterkammern die Erlaubnis erhalten haben, eine Steuerberatung durchführen. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf die Bewertung der Dienstleistung – also die Steuerberaterreechnung.

Die „Bewertung“ ist über die StBVV mittels Gebühren für die einzelnen Leistungen (bspw. Erstellung einer Einkommensteuererklärung) geregelt. Die Höhe kann natürlich trotzdem variieren. Aufgrund der Tatsache, dass der individuelle Aufwand hinter den Leistungen auch verschieden sein kann, passt ein Multiplikator diese Bewertung an. Damit sich derjenige, der die Dienstleistung „Steuerberatung“ in Anspruch nimmt, auch sicher sein kann, dass die Rechnung einer gesetzeskonformen Bewertung unterliegt, sind bei der Steuerberaterrechnung einige Punkte zu beachten. Eine fehlerhafte Steuerberaterrechnung kann zum Verlust des Honoraranspruchs (das ist die Gebühr, die der Steuerberater kommt) führen. Im Folgenden werde ich drei wesentliche Fehler aufzeigen.

1. Die Unterschrift unter der Steuerberaterrechnung

Ein Steuerberater muss zwingend seine Rechnung unterschreiben. Ohne lesbare Unterschrift ist die Steuerberaterrechnung nicht gültig. Der Satz „Diese Rechnung wurde maschinell erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.“ ist völlig belanglos. Keine Unterschrift – keine richtige Steuerberaterrechnung – keine Zahlung. Dieser Fehler führt also zwangsläufig dazu, dass der Steuerberater auf seiner Rechnung sitzen bleibt, sofern er sie nicht korrigiert. Die Unterschrift eines Mitarbeiters (selbst mit Prokura) ist ebenfalls nicht gültig. Es muss die lesbare Unterschrift des Steuerberaters sein. Für alle, die jetzt ein Stück echtes Papier anstatt digitalisierte Dokumente sehen – eine qualifizierte, elektronische Signatur gilt als Unterschrift. Es muss jedoch eine qualifizierte, elektronische Signatur sein. Für alle, die sich am Wörtchen lesbar stören, will ich mal Entwarnung geben. Nicht lesbar ist ein „Haken“ oder ein „Kreis“. Eine Paraphe ist ebenfalls keine Unterschrift im Sinne des Gesetzes und ein Fehler. Wichtig ist die eindeutige Identifizierung des Steuerberaters durch seine Unterschrift.

2. Gesetzesangabe der Gebühr

Jede Gebühr in der Steuerberaterrechnung muss eindeutig sein. Für jede Leistung eines Steuerberaters gibt es eine Gebühr. Ist keine Gebühr vorhanden, kann auch nicht abgerechnet werden. In einem solchen Fall greift jedoch meistens die Zeitgebühr. Was jedoch derzeit noch sehr häufig passiert ist, dass das falsche Gesetz als Begründung genommen wird. Es gilt die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV). Häufig werden in der Steuerberaterrechnung falsche Angaben zum Gesetz gemacht bzw. ist der Kopf der Rechnung noch nicht geändert. Da die Kosten der StBVV höher als die der StBGebV sind, ist eine Reklamation aus Sicht des Mandanten jedoch nicht ratsam ;). Auf den Steuerberater wirft das natürlich trotzdem ein schlechtes Licht bei größerem „Durcheinander“ auf der Steuerberaterrechnung. Bspw. steht im Standardeinleitungssatz etwas von StBGebV, im Rechnungskopf etwas von StBVV, die Gebühren haben mal StBVV und mal StBGebV (wobei eine in der Steuerberaterrechnung nach altem Recht abgerechnete Gebühr nicht zwangsläufig falsch sein muss). Diese Erscheinung sollte aber eher temporär sein und muss nicht zwingend zum Verlust des Honoraranspruches führen.

3. Gebühr der einzelnen Leistung

Welche Gebühr kann überhaupt abgerechnet werden? Prinzipiell kann ein Steuerberater keine Gebühr über die Steuerberaterrechnung abrechnen, bei der keine Leistung dahinter steht bzw. eigentlich eine andere Gebühr abgerechnet werden müsste. Beispielsweise ist die Gebühr für die Anmeldung der Umsatzsteuervorauszahlung in der Gebühr für die Buchführung bereits enthalten. Beide Gebühren abzurechnen ist somit nicht rechtens. Es gibt auch Mindest- und Maximalgebühren, deren Überschreitung nur in seltenen und begründeten Ausnahmen möglich ist, deren Unterschreitung jedoch nicht möglich ist. Prinzipiell gilt hier, Fehler in der Gebühr – Fehler in der Steuerberaterrechnung – keine Zahlung.

10 Kommentare vorhanden in “Die häufigsten Fehler in der Steuerberaterrechnung

  1. Wenn ein Steuerberater von Januar bis Oktober für einen Mamdanten tätig war, muss er diesen Zeitraum auch abrechnen. Aber darf er dann von dem Mandanten verlangen, die Einkünfte für November und Dezember (wo er nicgt mehr tätig war) offen zu legen und diese dann für seine Abrechnung mit ein zu beziehen?
    Mit freundlichen Grüßen

  2. Hallo ich hab eine frage ich habe ein kleingewerbe……ich verdiene im jahr 20.000 und hab eine steuernachzahlung von 480 € und mein steuerberater verlangt von mir 350 € fur seine arbeit….kan das stimmen…?

  3. Rentnerehepaar, 2 Renten, 1 x Einkünfte aus Vermietung, Steuerschuld 2014 Null, Antrag auf NV gestellt, Rechnung 860 EUR, ist das möglich???

    • … Hallo,

      die Frage ist zwar eher eine der unfreundlicheren Art, ich möchte Ihnen aber trotzdem gerne antworten… 😉
      Ja, das ist möglich. Ob es auch richtig oder gerechtfertigt ist, kann ich Ihnen aber nicht sagen. Wenn Sie mit der Höhe der Gebühren nicht einverstanden sind, dann sollten Sie Ihren Steuerberater darauf ansprechen bzw. das nächste Mal vorher die Bedingungen ansprechen. So kann man ganz leicht Missverständnissen aus dem Weg gehen.

      viele Grüße
      Johannes Neumann
      Steuerberater

  4. Waren ca. 1,5 Stunden beim Steuerberater wegen Beratung zum Thema „Anschaffung eines Firmenwagens“. Haben 2 Tage später eine Rechnung über 160 € erhalten! Ist das gerechtfertigt?

  5. Hallo, mein Steuerberalsche hat trotz klarem Hinweis (belegbar per email) die falsche Steuerklasse angegeben, wodurch meiner Frau und mir ein Schaden von ca 6000€ entstanden ist. Auf Nachfrage erklaerte man mir, dies sein nicht mehr zu aendern. Da der Auftrag klar war, uns zusammen zu veranlagen und der Steuerberater dies hier offensichtlich verbockt hat moechte ich nun gegen ihn vorgehen, wie gehe ich hier am besten vor?
    Vielen Dank im Vorraus

  6. Hallo Herr Neumann, eigentlich finde ich die STeuerberater- bzw. Buchhaltungskosten schon seit Jahren unverhältnismäßig hoch. Der Buchungsaufwand ist seit Jahren rückläufig. Ich zahle monatlich brutto 176,40 Euro für die Buchhaltung. Habe jetzt (2.7.18) den Abschluß 2018 erhalten (vom Steuerberater im Sept. 2017 geforderterer Abschlag für die Bilanz wurde entsprechend beglichen) und die Rechnung über den Restbetrag von 1174,90. Ich zahle also knapp über 5000 Euro/Jahr bei einem Gewinn von rund 30000 Euro. Ist das verhältnismäßig? Danke für Ihre Einschätzung! P.S. Pauschgebühr waren 94,36 Euro netto und dabei bringe ich die Unterlagen immer hin bzw. hole sie wieder ab. MFG Manfred Rosar

  7. Ergänzung: erst jetzt, auf wiederholtes Drängen meinerseits war der Berater bereit für 2018 (2017 geht angeblich nicht mehr) eine GuV statt einer Bilanz (Umsatz rund 300.000 Euro, Gewinn rund 30.000 Euro) zu erstellen. Ich musste ihm erklären, dass mir dadurch rund 500 Euro weniger Kosten entstehen würden. Bisher hat er diesen Vorschlag immer mit scheinheiligen Ausflüchten (die Bank sieht lieber eine Bilanz – Anfrage bei der Bank: uns reicht eine GuV völlig aus!) abgewiegelt. LG Manfred Rosar

  8. Guten Abend Herr Neumann, ich hatte vor einigen Wochen eine „Erstauskunft“ bzgl. meiner künftig zu zahlenden Steuerangelegenheiten, da ich ab nächstem Jahr auch im Ausland tätig sein werde. Die Beratung dauerte eine Stunde in der ich nicht wirklich schlauer war nach dem Gespräch und der Steuerberater sich „schlau machen“ wollte um mir genauere Auskunft geben zu können. Wir haben danach 2 mal 5 Minuten telefoniert und heute bekomme ich eine Rechnung über 583 Euro. Es wurden 3,5 Stunden abgerechnet, das erscheint mir doch etwas übertrieben, denn so speziell ist mein Fall jetzt auch wieder nicht. Könnten Sie mir kurz zurückschreiben, ob dieser Betrag gerechtfertigt ist? In einem vorangegangenen email wurde mir mitgeteilt, dass für das Beratungsgespräch 170 Euro plus Mwst pro Stunde fällig werden. Ich wäre froh über eine kurze Antwort. Vielen Dank für ihre Zeit. Herzliche Grüsse

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