Reisekostenrecht ab 2014 – darauf sollten Sie achten

Das Reisekostenrecht ab 2014 – der Begriff lässt nicht erahnen, dass für einige Steuerpflichtige möglicherweise gravierende Nachteile erwachsen können. Aber prinzipiell ist ja immer jemand von den Steuergesetzen benachteiligt. Wer die Nachteile verhindern möchte, sollte spätestens zum 01.01.2014 entsprechende Vorbereitungen treffen. Damit meine ich nicht, dass unbedingt eine Dienstreise noch in 2013 verschoben werden sollte, sondern die Auswirkungen auf den Einzelfall bezogen analysiert werden und gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen werden. Was genau ist eigentlich im Reisekostenrecht ab 2014 geändert? Eine gute Nachricht – die Arbeitsstätte fällt weg. Die schlechte Nachricht – man arbeitet natürlich trotzdem weiter. Die Arbeitsstätte existiert auch noch, nur heißt sie jetzt Tätigkeitsstätte. Ein sinnfreier Austausch dieser beiden Wörter ist das jedoch nicht. Denn eine Tätigkeitsstätte kann im Gegensatz zur Arbeitsstätte viel weiter gefasst werden. Das ist das Problem Nr. 1. Die zweite wesentliche Änderung ist die gesetzliche Regelung beim Tätigwerden an mehreren Orten bzw. Tätigkeitsstätten. Das dritte wichtige Element beim Reisekostenrecht ab 2014 ist die Begrenzung der anrechenbaren Kosten bei der doppelten Haushaltsführung ab einem bestimmten Zeitraum. Die vierte einschneidende Veränderung ist die Regelung des Verpflegungsmehraufwand, bzw. Verpflegungskostenmehraufwand. Aufgrund des Umfangs wird dieser Artikel zu allererst eine grobe Orientierung über das Reisekostenrecht ab 2014 gewähren können.

Aus Arbeitsstätte wird Tätigkeitsstätte

Dort, wo man gewöhnlich arbeitet, ist die Tätigkeitsstätte. In der Vergangenheit bedeutete das meistens auf jeden Fall eines: Pendlerpauschale! Also – nur ein Weg wird mit 30 Cent je Kilometer als Kosten anerkannt. Bei dem Besuch einer Ausbildungsstätte, die ja offensichtlich keine Arbeitsstätte ist (zumindest nicht für die, die dort ausgebildet werden), konnten demgegenüber für Hin- und Rückweg 30 Cent je Kilometer als Werbungskosten geltend gemacht werden. Das ändert sich jetzt. Die Ausbildungsstätte kann (natürlich) eine Tätigkeitsstätte sein. Konsequenz ist der geringere Ansatz der Pendlerpauschale. Für diese Regelung gibt es natürlich gewisse Voraussetzungen. Zu diesem Teilbereich des neuen Reiskostenrechts folgt in Kürze ein weiterer Artikel.

Mehrere Arbeitsstätten bzw. Tätigkeitsstätten

Eigentlich ist dieser Punkt sehr einfach abgehandelt. Grundsätzlich steht mit dem Reisekostenrecht ab 2014 fest, dass es nur eine 1. Tätigkeitsstätte gibt. Diese 1. Tätigkeitsstätte wird im günstigsten Fall arbeitsvertraglich vereinbart. Sollte keine arbeitsvertragliche Regelung existieren, greift der Gesetzgeber mit dem Reisekostenrecht ab 2014 ein und bestimmt die 1. Tätigkeitsstätte. Im Falle von mehreren Arbeitsstätten, Filialen oder dem gleichzeitigen Besuch einer Ausbildungsstätte kann der Gesetzgeber also ohne diese arbeitsvertragliche Regelung eine Annahme treffen, wo sich die 1. Tätigkeitsstätte befindet. Man kann grob und kurz sagen, die durchschnittlich pro Woche häufiger aufgesuchte Arbeitsstätte ist die 1. Tätigkeitsstätte. Allerdings kann es passieren, dass bei mehreren Dienstverhältnissen mehrere 1. Tätigkeitsstätten existieren. Aufgrund dieser komplizierten Fälle folgt auch hier in Kürze ein weiterer Artikel.

Längere Dienstreisen beim Reisekostenrecht ab 2014

Dieser Abschnitt ist vor allem für Monteure interessant bzw. Angestellte und Arbeiter, die über einen längeren Zeitraum an einer anderen Tätigkeitsstätte arbeiten wie bspw. auf einer größeren Baustelle oder im Rahmen eines größeren Projektes oder einem Auslandsaufenthalt. Hier ist ganz wichtig sich den Zeitraum von 48 Monaten zu merken. Sollte die Tätigkeit über einen Zeitraum von 48 Monaten fern von der 1. Tätigkeitsstätte geplant sein (und hier ist das Wort geplant ganz wichtig), ist nach dem neuen Reisekostenrecht ab 2014 eine Deckelung von bestimmten Kosten, die in diesem Zusammenhang entstehen, auf 1.000 Euro pro Monat möglich. Was das für Kosten sind, wann die Deckelung greift und was das für Konsequenzen hat (auch für bereits bestehende Dienstreisen) wird in Kürze ebenfalls in einem Artikel erklärt.

Verpflegungskostenmehraufwand beim Reisekostenrecht ab 2014

Jetzt wird es etwas einfacher. Bei beruflich begründeter Abwesenheit von zu Hause aufgrund von Dienstreisen, Weiterbildungsmaßnahmen o.ä. wurde bisher ab einer Abwesenheit von mehr als 8h ein Verpflegungskostenmehraufwand von 6 Euro, bei mehr als 14h 12 Euro und bei mehr als 24h 24 Euro als Werbungskosten anerkannt. Im Reisekostenrecht ab 2014 ist diese Regelung geändert. Es gibt nur noch 2 Staffelungen. Ab 8h werden künftig 12 Euro als Verpflegungskostenmehraufwand anerkannt und ab 24h Abwesenheit sind 24 Euro abzugsfähig. Diese Staffelung ist jedoch nur auf Deutschland beschränkt. Für das Ausland gelten weiterhin 3 unterschiedliche Abwesenheiten.

Fazit

Das Reisekostenrecht ab 2014 ist in einem Artikel nicht unterzubringen. Die folgenden Artikel sollten Ihnen detailliertere Informationen zu den Bereichen geben, für die dieser grobe Überblick noch nicht gereicht hat.

1. Tätigkeitsstätte im Reisekostenrecht ab 2014

Mehrere Arbeitsstätten, Tätigkeitsstätten, Dienstverhältnisse und ihre Auswirkungen auf die Steuer –> Artikel in Arbeit…

Dienstreisen und Kostendeckelung im neuen Reisekostenrecht ab 2014

3 Kommentare vorhanden in “Reisekostenrecht ab 2014 – darauf sollten Sie achten

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