Schwarzarbeit ab 2013 – die Lohnsteuernachschau

Seit dem 30.06.2013 gibt es eine sogenannte Lohnsteuernachschau. Damit kann sich die Finanzverwaltung ohne Vorankündigung ein Bild von den tatsächlichen Verhältnissen der Arbeitnehmer und Angestellten in einem Betrieb machen und eventuelle Schwarzarbeit leichter aufdecken. Wofür üblicherweise immer nur „der Zoll“ angerückt ist bzw. eine zwingend anzukündigende Lohnsteueraußenprüfung anberaumt werden musste, kann jetzt mittels der Lohnsteuernachschau ab 2013 ganz ohne Vorankündigung ein realistisches Bild der tatsächlichen Verhältnisse gezeichnet werden. Sollte während der Lohnsteuernachschau festgestellt werden, dass eine richtige Prüfung sinnvoll ist, kann ohne weiteres die Lohnsteuernachschau zu einer Lohnsteuerprüfung umgewandelt werden – in diesem Fall natürlich ohne Ankündigung. Schwarzarbeit wird somit riskanter. Für alle Wahrscheinlichkeitsrechner – der Erwartungswert der Entdeckungswahrscheinlichkeit von Schwarzarbeit steigt mit der Einführung der Lohnsteuernachschau.

Durch die vorherige, alleinige Regelung der Lohnsteueraußenprüfung, die vorher angekündigt werden muss, schafft sich der Gesetzgeber hier nun die Möglichkeit, auch unangekündigt die tatsächlichen Arbeitsverhältnisse zu ermitteln. Mit dem neuen Verfahren Lohnsteuernachschau kann ähnlich wie bei der Umsatzsteuernachschau relativ schnell festgestellt werden, ob weitere Ermittlungen, Feststellungen oder Prüfungen zur Aufdeckung von Schwarzarbeit notwendig sind. Das Ziel der Finanzverwaltung liegt ganz klar bei der geprellten Lohnsteuer.

Die größten Auswirkungen der Lohnsteuernachschau

Durch die neue Regelung wird die Schwarzarbeit höchstwahrscheinlich vermindert werden. Wünschenswert wäre es, da letzten Endes die Auswirkungen von Schwarzarbeit insgesamt negativ sind. Sei es aus moralischen Überlegungen, sei es aus gesamtwirtschaftlich gesehenen Gründen oder einfach nur aus dem Grund, dass es gegen geltende Gesetze verstößt.

Vor allem kleinere Unternehmen sollten jedoch ab 2013 durch die Lohnsteuernachschau in den Focus der Finanzverwaltung geraten. Für den Zoll  sind kleinere Unternehmen vermutlich eher uninteressant, da bei kleineren Unternehmen auch nur kleine Beträge „Schwarzarbeit“ aufgedeckt werden können, der Aufwand zur Ermittlung jedoch sehr groß ist. Die Finanzverwaltung kann jedoch kurzfristig mehrere kleinere Unternehmen durch die Lohnsteuernachschau überprüfen und entsprechende Handlungsempfehlungen wie Prüfung, weitere Ermittlung und Feststellung anweisen. Schwarzarbeit kann mit der Lohnsteuernachschau somit auch bei kleineren Unternehmen leichter aufgedeckt werden.

Ein Hinweis zum Schluss von mir (nicht nur aufgrund der Lohnsteuernachschau)- in vielen Fällen lohnt sich Schwarzarbeit noch nicht einmal rechnerisch! Wenn bestimmte Situationen vorab mit einem Steuerberater besprochen werden, wird man oftmals Möglichkeiten finden, insgesamt eine steuerlich günstige und rechtlich saubere Variante zu planen. Die rechtlichen Konsequenzen einer Steuerstraftat und möglicherweise des Sozialbetruges werden zusätzlich vermieden.

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