1%-Regelung, wenn der Arbeitnehmer eine Nutzungspauschale zahlt

Wenn Sie Arbeitgeber sind und Ihren Angestellten ein Fahrzeug zu Verfügung stellen, welches diese dann auch privat nutzen dürfen, kann das mit einigem bürokratischen Aufwand verbunden sein. Übliche Vorgehensweise ist, dass Sie die Nutzung des betrieblichen Fahrzeugs zum normalen Lohn mit hinzu rechnen müssen. Die private Nutzung eines betrieblichen Autos ist wie normaler Arbeitslohn der Steuer und Sozialversicherung zu unterwerfen. Zu diesem Zweck kann aus Vereinfachungsgründen die 1%-Regelung angewandt werden. Bei einem Elektro-Auto gibt es eine spezielle 1%-Regelung. Doch was muss beachtet werden, wenn der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber einen Teil der Kosten erstattet? Beispielsweise wird vereinbart, dass jeder privat gefahrene Kilometer mit einer Nutzungspauschale bezahlt werden muss o.ä. In einem solchen Fall ist ja der tatsächliche Nutzen nicht in Höhe der 1%-Regelung zu bewerten sondern abzüglich der Nutzungspauschale. Da es wie immer auch Besonderheiten gibt, hat das BMF ein Schreiben zur Anwendung in einem solchen Fall erlassen. Prinzipiell ist aber bereits jetzt zu sagen, dass der Arbeitgeber diese Nutzungspauschale (die aufgrund ihrer Beschaffenheit jedoch jeden Monat anders aussehen kann) regelmäßig und rechtzeitig in den Lohn einrechnet, da letzten Endes die Sozialabgaben und die Steuern beeinflusst werden.

Was ist alles eine Nutzungspauschale?

So merkwürdig sich das anhört – das ist eine Pauschale, die aufgrund der Nutzung anfällt. Das bedeutet, dass die Basis der Pauschale und die Höhe der Pauschale vereinbart worden ist. Die Basis kann z.B. der Monat (also bspw. 200,- Euro pro Monat) oder die Kilometer (also 10 Cent je privater Kilometer) sein. Ebenfalls werden vom Arbeitnehmer übernommene Leasingraten als Nutzungspauschale anerkannt. Die übernommenen Benzinkosten hingegen bedeuten keine Nutzungspauschale und können deswegen auch nicht abgezogen werden. Es ist übrigens egal, ob die Fahrtenbuchmethode oder die 1%-Regelung angewendet wird. Die Nutzungspauschale mindert den Nutzen und kann somit abgezogen werden.

Wichtiges zur Nutzungspauschale

Die Nutzungspauschale kann nur bis maximal zum Nutzungswert abgezogen werden. Darüber hinausgehende Nutzungspauschalen sind nicht als Werbungskosten abziehbar. Ein Hinweis an freundliche Arbeitgeber – anstatt eine Kostenübernahme der Benzinkosten durch den Arbeitnehmer ist die pauschale Abgeltung der Kosten für den Arbeitnehmer steuerlich günstiger. Wenn die Nutzungspauschale auch noch in einer optimal kalkulierten Höhe vereinbart wird, dann entsteht im Idealfall auch auf Arbeitgeberseite noch nicht einmal eine finanzielle Differenz zur Situation ohne Nutzungspauschale.

5 Kommentare vorhanden in “1%-Regelung, wenn der Arbeitnehmer eine Nutzungspauschale zahlt

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    mal ein Beispiel dazu:

    AG stellt AN auf Minijobbasis (EUR 450,00 mtl) ein.
    AG übt die Tätigkeit in Form vom Heimarbeit aus und fährt nur einmal pro Monat in die Firma (63km einfache Stecke).
    AG stellt AN einen Firmenwagen auch zur Privatnutzung zur Verfügung. ALLE Kosten übernimmt AG, mtl. z.B. EUR 750,00 incl. MwSt.
    Listenpreis Wagen incl. MwSt: EUR 50.000
    Somit beträgt der geldwerte Vorteil:
    1% pauschal EUR 500,00 + 50.000 * 0,002% * 63 = EUR 63
    insg. also mtl. EUR 563,00

    AG zahlt dem AN einen Lohnanteil (neben dem Wagen) von EUR 113,00 und vereinbart mit dem AN eine mtl. Nutzungspauschale von EUR 113,00.

    Somit kommen EUR 0,00 zur Auszahlung. An hat dafür aber einen Wagen.

    Gem. Ihrem Beitrag mindert die Nutzungspauschale von EUR 113,00 den geldwerweten Vorteil.

    Somit beträgt der geldwerte Vorteil 450,00 und die ganze Sache fällt unter die Regelung für den Minijob?

    Richtig oder falsch?

    • Hört sich erstmal interessant an. 🙂 Aber: Die Rechnung geht natürlich so nicht auf. Wenn schon 563 Euro Basislohn + 113 Euro erstmal vorhanden sind, müssen ja mindestens 226 Euro Nutzenpauschale vereinbart sein, damit man auf 450 Euro kommt. Die Frage ist aber auch, ob in diesem extremen Beispiel nicht andere Bestimmungen diese Gestaltung verhindern. Das würde ich zumindest vorher bei untypischen Sachverhalten abklären (z.B. das Auto betreffend, bzw. ist vielleicht ein Fremdvergleich notwendig o.ä.). Aber die Idee find ich gut. 🙂

      • Stimmt, da hatte ich einen Denkfehler.
        Neu:
        GwV: EUR 563,00
        kein weiteres Gehalt
        AN zahlt EUR 113,00 Nutzungspausschale per Überweisung an AG.
        Somit bleiben EUR 450,00 übrig.

        Somit zahlt AN zwar an AN, hab aber dafür einen Wagen!

        Dann finde ich das Beispiel gar nicht mehr so extrem.

  2. Nutzungspauschalen sind dazu da, um mehr Steuereinnahmen zu generieren und um Steuersündern das Handwerk zu legen. Klingt ja fast heldenhaft, aber viele sind der Meinung, dass solche Regulierungen auf viel Aufwand stossen und sehr mühsam sind. Ausserdem ist der Mehraufwand enorm gross um zu überprüfen, ob jetzt jemand das Auto für das Geschäft oder privat gebraucht hat.

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