Werbung auf privater Homepage – Steuern?

Seit mehreren Jahren sieht man im Internet eine immer größer werdende Blogger-Gemeinde. Viele Hobby-Blogger haben auf Ihrer Homepage Werbung zugelassen.

Werbung auf privater Homepage - Steuern?

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Quelle: Gerd Altmann/pixelio.de

Dadurch haben sie je nach Größe des Blogs auch Einnahmen aus Werbung. Doch wie werden diese Einnahmen versteuert? Sind die Einnahmen aus der Werbung auf einer privaten Homepage überhaupt zu versteuern? Was ist mit der Umsatzsteuer? Kleine Fragen mit unterschiedlichen Antworten. Prinzipiell gilt – erst bei Einkünften ab 410 Euro (das sind Einnahmen minus Ausgaben) müssen diese Einkünfte  erklärt werden. Alles was davor passiert ist steuerrechtlich (zumindest auf einer privaten Homepage) meist uninteressant. Diese Grenze wird vermutlich von den meisten kleinen Bloggern nicht erreicht. Also Entwarnung von meiner Seite.

Einkommensteuer auf einer privaten Homepage

Ab 410 Euro Einnahmen durch Werbung (oder andere Einnahmequellen wie bezahlte Verlinkungen oder bezahlte Beiträge…) auf einer privaten Homepage sieht das Ganze dann jedoch etwas anders aus. Bereits ab 410,01 Euro werden die gesamten Einnahmen aus der Werbung versteuert. Die Ausgaben müssen natürlich schon abgezogen sein. Der Wert nach Abzug der Ausgaben ist interessant und muss 410 Euro übertreffen. Die Homepage ist nicht mehr privat sondern dem unternehmerischen Bereich zuzuordnen. Umsatzsteuer wird jedoch noch nicht fällig. Die private Homepage muss in der Steuererklärung angegeben werden. Ab diesem Zeitpunkt ist man verpflichtet, eine Steuererklärung zu machen. Ob es sich lohnt die Homepage im Rahmen einer nebenberuflichen selbstständigen Tätigkeit auszuüben und die private Homepage auch offiziell zu einer unternehmerischen zu machen, sollte mit einem Steuerberater besprochen werden. Es gibt als Unternehmer ein paar mehr Pflichten, die man einhalten muss und die natürlich auch Aufwand bedeuten.

Umsatzsteuer auf Werbung

Wenn durch die Werbung auf der privaten Homepage über 17.500 Euro Umsatz anfallen, sollte man spätestens einen Steuerberater einschalten. Im folgenden Jahr wird nämlich Umsatzsteuer auf die Umsätze erhoben. Vorsicht – Umsatz sind die Einnahmen ohne Abzug der Ausgaben. Man sollte also rechtzeitig, sofern noch nicht geschehen, eine Steuernummer beantragen und ggf. ein Gewerbe anmelden. Die Partner für die Werbung (z.B. Google Adsense oder andere Affiliate Netzwerke) sollten über die Umsatzsteuerpflicht informiert werden, damit die Umsatzsteuer einfach zusätzlich „draufgepackt“ wird. So verringern sich im Endeffekt die Einnahmen aus der Werbung für die private Homepage nicht, die jetzt aber keine private Homepage mehr ist. Ein weiterer Effekt ist, dass die Umsatzsteuer auf der Ausgabenseite vom Finanzamt erstattet wird.

 

 

13 Kommentare vorhanden in “Werbung auf privater Homepage – Steuern?

  1. Also ich kann mir gut vorstellen, dass viele Homepagebetreiber die steuerrechtlichen Bestimmmungen komplett außer Acht lassen. Erschwerend für den steuerlichen Tatbestand kommt noch hinzu, dass die Einnahmen meist nicht konstant sind und häufig extrem schwanken. Könnte mir gut vorstellen, dass viele Online-Werbetreibende hier schon heftige Nachzahlungen leisten mussten.

  2. Ein interessantes Beispiel
    – zunächst rein private Hobby-Briefmarkenseite
    – auf diese wird Adsense gepackt und die Einnahmen werden versteuert!
    – ist jetzt auch der Zukauf von Briefmarken absetzbar

    oder

    – private Fahrradtourenfahrer hat einen Blog mit täglichen Berichten
    – darauf Adsense und wenn die Touren spannend genug sind kommt da auch was bei rum
    – ist jetzt zB die Kamera für die Blogbilder absetzbar?
    – was ist mit Fahrradverschleißteilen oder gar dem neuen Rad?

    • Es geht um Betriebsausgaben, die Frage muss also lauten: Was ist der unternehmerischen Sphäre zuzuordnen und was der privaten?

      Bei typischen Liebhaberei-„Unternehmen“ wie Pferdezucht oder „Briefmarken sammeln“ sollte man vielleicht trotzdem vorher mit einem Steuerberater sprechen (nicht nur in Bezug zur Umsatzsteuer).

  3. Das ist endlich mal ein Artikel, in dem diese Sachlage gut erklärt ist. Es dauert zwar eine Weile, bis man die 410€ Einnahmen mit seiner Homepage erreicht, aber es ist gut zu wissen, was passiert, wenn man diesen Wert überschreitet. Vielen Dank dafür!

  4. Danke. Wirklich ein sehr hilfreicher Artikel. Ich bin schon seit Monaten auf der Suche nach einer solche klaren Aussage. Ich hatte nämlich schon Panik wie diese 2 Euro Einnahmen monatlich durch Adsense etc. versteuert werden würden, und wie unverhältnismäßig hoch dann alleine schon die Gewerbeanmeldung wäre. Danke nochmals. 🙂

  5. Vielen Dank für den Artikel, eine Frage hätte ich jedoch noch. Sprechen wir hier von 410€ im Monat oder im Jahr?

  6. Also nochmal für Blöde: Ich kann mir jetzt einen Blog erstellen, und bspw. damit per Adsense in diesem Jahr 250€ verdienen. Unabhängig von meinen sonstigen Einkünften aus Mini-(Schüler)-Job und Beruf wären diese Einkünfte steuerfrei, und ich müsste kein Kleingewerbe anmelden?

  7. Sehr geehrter Herr Neumann,

    D.h. ich brauche für mein Blog erst ein gewerbe anmelden wenn ich über 17500 Eur liege? Oder schon eher? Starte gerade mit einem blog über mein Hobby, dem tauchen, und dachte mir das ich ein adsense banner einbauen könnte. Aber für die paar euro ein gewerbe anmelden wollte ich jetzt auch nicht, da ich beruflich in vollzeit woanders angestellt bin das das blog eher aus spaßund interesse betreibenä möchte.

    Mfg

    André

    • Hallo,

      keine Angst vor Adsense-Bannern. Hobby ist prinzipiell erstmal nicht unternehmerisch. Sollten wider Erwarten nicht nur die Kosten gedeckt sondern auch noch der ein oder andere Tauchurlaub herausspringen, dann können Sie sich gerne an mich wenden.

      mfg

      Johannes Neumann
      Steuerberater

  8. Auf welche Paragraphen berufen sie sich denn dabei?

    Normalerweise muss man doch Gewerbe anmelden, sobald eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt und die Einnahmen/Ausgaben in der Steuererklärung angeben? Die werden doch zusätzlich zum normalen Einkommen hinzugerechnet, oder?

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