Verpflegungskostenmehraufwand – wie viel steht mir zu?

Der Name Verpflegungskostenmehraufwand hört sich wie üblich im Steuerrecht irgendwie komisch an, aber letzten Endes bedeutet er genau das.

Verpflegungskostenmehraufwand - wie viel steht mir zu?

Döner
Quelle: Wandersmann/pixelio.de

Verpflegungskostenmehraufwand soll pauschal den Wert von erhöhten Verpflegungskosten widerspiegeln. Wozu? Ganz einfach – unter bestimmten Bedingungen ist ein Arbeitnehmer oder ein Unternehmer (auch Unternehmer können pauschal den Verpflegungskostenmehraufwand als Betriebsausgaben abziehen) nicht in der Lage, günstig für seine Verpflegung zu sorgen. Das trifft beispielsweise auf Dienstreisen oder Montageeinsätzen zu. Das Essen und Trinken wird nicht beim Discounter oder im Supermarkt gekauft sondern eher im Imbiss oder Restaurant.

Verpflegungskostenmehraufwand – nach 3 Monaten ist Schluss!

Eine Dienstreise oder Montageeinsatz kann häufig auch länger als 3 Monate dauern. Die Finanzverwaltung geht davon aus, dass man sich nach 3 Monaten an dem gleichen auswärtigen Ort auf die geänderten Bedingungen, was die Verpflegungskosten angeht, eingestellt hat. Deswegen wird nach 3 Monaten der pauschale Verpflegungskostenmehraufwand nicht mehr gewährt. Anders sieht es aus, wenn es eine Unterbrechung der auswärtigen Tätigkeit von mindestens 4 Wochen Dauer gegeben hat, dann fangen die 3 Monate wieder von vorne an.

Was bringt die Pauschale?

Für Arbeitnehmer sind die Pauschalen vom Verpflegungskostenmehraufwand wie Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung zu berücksichtigen. Das bedeutet letzten Endes ein niedrigeres zu versteuerndes Einkommen und dementsprechend weniger Steuern. Übernachtungskosten sind übrigens nicht pauschal sondern nachweislich erstattungsfähig – also bitte Belege aufheben!

Sollte der Arbeitgeber den tatsächlichen Verpflegungskostenmehraufwand übernehmen (oder eine individuelle Pauschale), dann muss man rechnen, ob die Erstattungen des Arbeitgebers über der Pauschale liegen oder weniger sind. Hier kann natürlich nur die Differenz als Werbungskosten in der Steuererklärung angegeben werden bzw. Erstattungen über der Pauschale ist steuerpflichtiger Arbeitslohn. Beispielsweise hat das Essen 15 Euro gekostet, der Arbeitgeber erstattet 15 Euro, die Pauschale für den Verpflegungskostenmehraufwand beträgt aber 24 Euro, dann können noch 9 Euro an Werbungskosten in der Steuererklärung als Verpflegungskostenmehraufwand angegeben werden.

Übersicht der Verpflegungskostenmehraufwand-Pauschalen in Deutschland

Abwesenheit 8 - 14hAbwesenheit 14 - 24hAbwesenheit mehr als 24h
6 Euro12 Euro24 Euro

 

Zum Schluss ein Hinweis von mir. Zur korrekten Ermittlung für den Verpflegungskostenmehraufwand muss die Dauer der Abwesenheit genau ermittelt werden. Der Beginn bei einer Dienstreise bspw. ist die Uhrzeit bei Verlassen der Wohnung und das Ende ist die Rückkehr zur Wohnung oder zur regelmäßigen Arbeitsstätte. Aufgrund einiger Besonderheiten und unterschiedlichen Verpflegungskostenmehraufwand-Pauschalen im Ausland sollten ausreichend Informationen für die Steuererklärung vermerkt werden. Für eine Übersicht der Pauschalen 2013 für das Ausland eignet sich das BMF-Schreiben des Bundesfinanzministeriums.

Ein Kommentar zu “Verpflegungskostenmehraufwand – wie viel steht mir zu?

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