Die Umlage U1 – welcher Satz ist optimal?

Die Umlage U1 wird von jedem Arbeitgeber mit weniger als 30 Arbeitnehmern an die Krankenkassen gezahlt, damit im Falle der Krankheit des Arbeitnehmers der Arbeitgeber durch Erstattungen der Krankenkasse einen Teil der Arbeitnehmerkosten wieder zurückbekommt. Die Umlage U1 kann somit als Versicherung verstanden werden. Versicherungen basieren allerdings auf einer Risikoanalyse. Der Arbeitgeber bestimmt in dem Fall der Umlage U1 das Risiko der Arbeitskosten ohne Arbeitsleistung selbst. Für eine hohe Versicherung zahlt der Arbeitgeber einen hohen U1 Umlage-Satz, für ein hohes Risiko zahlt er entsprechend weniger.

Welcher Satz der Umlage U1 ist besser?

Der Satz der Umlage U1 errechnet sich nach dem Brutto-Lohn der Arbeitnehmer. Die Arbeitgeberbeiträge werden üblicherweise nicht erstattet. Der Satz für die Umlage U1 wird vom Arbeitgeber jedes Jahr neu für das komplette Jahr und jede Krankenkasse einzeln festgelegt. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber zumindest ein bisschen auf die individuellen Krankheitszeiten einzelner Arbeitnehmer Rücksicht nehmen kann. wenn beispielsweise 1 Arbeitnehmer noch nie krank war und als einziger Arbeitnehmer bei einer Krankenkasse ist und der Rest der Belegschaft bei einer anderen Krankenkasse eher 2 – 3 mal im Jahr krank ist (Erkältung, Sportunfälle usw.), dann kann für die Krankenkassen ein unterschiedlicher Satz der Umlage U1 angegeben werden. Aber Vorsicht, hieran ist man ein Jahr gebunden. Eine Besonderheit ist noch wichtig. Der Umlagesatz in Bezug zum Erstattungssatz kann je nach Krankenkasse erhebliche Unterschiede aufweisen. Z.B. gilt bei der DAK in 2013 bei einer Erstattung in Höhe von 60% ein Umlagesatz von 1,6%, bei einer Erstattung in Höhe von 80% jedoch bereits ein Umlagesatz von 3,9%. Bei der AOK Sachsen Anhalt ist bei einer Erstattung in Höhe von 60% eine Umlage U1 in Höhe von 2,8% und bei einer Erstattung von 80% „nur“ eine Umlage von 3,2% zu zahlen. Welcher Erstattungssatz bei der Umlage U1 gewählt wird hängt also nicht nur von den Krankheitszeiten der Mitarbeiter, sondern auch von den Umlagesätzen der Krankenkasse ab.

Eine Übersicht der Umlagesätze

Die Umlage U1 kann von den Krankenkassen individuell bestimmt werden. Es gibt zwar einen gesetzlichen Rahmen, aber innerhalb dieses Rahmens können die Krankenkassen die Höhe des Umlagesatzes selbst bestimmen. In der Übersicht ist beispielhaft dargestellt, in welchem Rahmen ein paar große Krankenkassen Beitragssätze fordern. Nicht jede Krankenkasse bietet übrigens jeden Umlagesatz an. Bei der Umlage U2 gibt es nur einen Wert, der jedoch zwischen ca. 0,29% und 0,40% schwankt.

 

UmlagesatzErstattungssatz
ca. o,9% - 2,1%50%
ca. 1,6% - 2,8%60%
ca. 1,7% - 2,6%70%
ca. 2,4% - 3,9%80%

4 Kommentare vorhanden in “Die Umlage U1 – welcher Satz ist optimal?

  1. In meinem Hotelbetrieb habe ich im Durchschnitt 0,42% p.a. Fehltage durch Krankheit. Das ist der harte Kern an echten Erkrankungen. Ich würde gerne auf den Nachweis per gelbem Schein in den ersten 3 Tagen verzichten, da doch z.B. erkältete Mitarbeiter sich erst recht Rotz und Seuchen in Sprechstunden holen und auch den Ärzten die wichtige Zeit mit Bagatellen stehlen, die die Kassen bezahlen müßen, s.Artikel S. 4 unten SZ vom 17.2. Ich kann aber ohne gelben Schein U1 (ich habe 50% gewählt) nicht abrechnen. Was kann man da tun? Helfen Treu und Glauben für U1, wo doch bei Erkältungen sowieso kein Dokterchen helfen kann?

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