neue Grenze bei Minijob und Gleitzone ab 2013 – was sich ändert

Zur Vermeidung von Panik ganz am Anfang der Hinweis: Es gibt eine Übergangfrist der alten Beschäftigungsverhältnisse bis 31.12.2014 – also 2 Jahre! Die neue Grenze für Minijob und Gleitzone wird bei 450 bzw. 850 Euro liegen. Also genau 50 Euro über der alten Regelung. Oftmals wurde die Grenze der Minijob-Regelung um 1 Euro überschritten, um in den Genuss einer gesetzlichen Krankenversicherung zu gelangen. Das hatte zwar Nachteile beim Nettoentgeld aber es bestand Krankenversicherungsschutz. Damit ab dem 01.01.2013 nicht ganz plötzlich alles anders wird, besteht für diese Fälle ein Bestandsschutz.

Minijob – kurz erklärt

Der Minijob ist eigentlich eine ganz normale Tätigkeit, die jedoch nur geringfügig entlohnt wird. Der Minijob ist auch unter dem Begriff geringfügige Beschäftigung bekannt. Ein Minijob kann keine Hauptbeschäftigung sein. Das darf man nicht falsch verstehen – der Minijob kann zwar die einzige Beschäftigung sein, jedoch nie ein Hauptjob. Das wäre meines Erachtens auch nicht zulässig, denn entgegen der herrschenden Meinung gibt es in Deutschland de facto bereits einen Mindestlohn für alle. Wer in Deutschland im Rahmen eines Minijobs Vollzeit arbeiten gehen würde, also eine Hauptbeschäftigung ausüben würde, wäre mit Sicherheit unter dem Mindestlohn. Alles im Konjunktiv verfasst, weil eine Minijob nur Nebenbeschäftigung sein kann. Die Besonderheit beim Minijob ist, dass nur der Arbeitgeber Abgaben trägt, der Arbeitnehmer bekommt üblicherweise Brutto wie Netto ausgezahlt. Wichtig! Ein Minijob ist ab 2013 rentenversicherungspflichtig (der Arbeitgeber zahlt pauschal wie bisher), der Arbeitnehmer kann jedoch auf Antrag Beitragsfrei werden (bisher ist das genau andersrum). Der Befreiungsantrag betrifft alle neuen Veträge bzw. auch die Aufstocker. Wer seinen Arbeitsvertrag also ab dem 01.01.2013 ändert, sollte einen Befreiungsantrag stellen. Die Frist ist bis Ende des Monats, indem sich das Arbeitsentgelt ändert. In einem rentenversicherungspflichtigen Fall zahlt der Beschäftigte dann trotz Minijob Rentenversicherungsbeiträge und erhält somit auch die Vorteile der Rentenzahlungen. Sollte der Arbeitgeber nun noch die 2% pauschale Lohnsteuer für den Arbeitnehmer abführen, unterliegt der Minijob noch nicht einmal der Einkommensteuer. Wenn Sie also eine Einkommenssteuererklärung machen, dann brauchen Sie diese Einkünfte nicht erklären.

Gleitzone – kurz erklärt

Im Gegensatz zum Minijob kann die Beschäftigung innerhalb der Gleitzone, also zwischen 450 und 850 Euro, Hauptbeschäftigung sein. Wesentlicher Unterschied ist ebenfalls, dass die Sozialversicherungspflicht eintritt. Alle Sozialbeiträge werden fällig. Der Arbeitgeber zahlt trotz Gleitzone den vollen Satz, den er normalerweise immer trägt. Für die Arbeitnehmer innerhalb der Gleitzone werden die Beiträge jedoch gestaffelt. Der volle Satz der Sozialversicherungsbeiträge ist erst mit Verlassen der Gleitzone fällig. Bei 450,01 Euro – also zu Beginn der Gleitzone direkt nach der Minijob-Grenze – sind ca. die Hälfte der Beiträge zur Sozialversicherung fällig.

Mein Hinweis: Für detaillierte Informationen, Meldepflichten oder Beitragssätze empfehle ich die Seite der Bundesknappschaft (Minijob-Zentrale).

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