freiwillige Spende mit Umsatzsteuer als Betriebsausgabe

Häufig werden im Internet kostenlose Programme wie z.B. WordPress oder die Wissensdatenbank Wikipedia für alle Online-Nutzer angeboten.

freiwillige Spenden mit Umsatzsteuer und Betriebsausgabe

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Quelle: Gerd Altmann/pixelio.de

Natürlich stehen hinter diesen Angeboten nicht nur gemeinnützige Organisationen sondern auch freischaffende Programmierer, die sich dadurch ein Netzwerk, eine Reputation oder andere Dinge aufbauen wollen oder kostenpflichtige Angebote in einer speziellen Zielgruppe bekannt machen wollen. Für diese kostenlose Dienstleistung wird häufig auch angeboten, im Rahmen einer freiwilligen Spende („make a donation“), einen x-beliebigen Geldbetrag an den Entwickler zu zahlen. Wie wirkt sich diese Spende aber im Zusammenhang mit Umsatzsteuer aus. Kann eine Zahlung „ohne“ Beleg als Betriebsausgabe anerkannt werden? Kann eventuell diese Spende im Rahmen der Einkommensteuererklärung bei einer Privatperson anerkannt werden? Dieses Problem werde ich aus zwei Richtungen beleuchten, einerseits vom Nutzer und andererseits vom Entwickler/Programmierer.

Die freiwillige Spende aus Sicht des Empfängers

Die Spende wird zwar Spende genannt, ist jedoch de facto gar keine. Es ist eine Bezahlung für eine Dienstleistung oder ein Produkt. Demzufolge unterliegt diese Spende auch der Umsatzsteuer, wenn der Empfänger nicht ein Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer ist (Grenze liegt bei 17.500 Euro Umsatz für das Vorjahr).

Sollte der Empfänger eine Privatperson sein, dann ist er ab Gesamteinnahmen von 410 Euro im Jahr (es geht nur um den positiven Umsatz) verpflichtet, im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung diese Einkünfte (auch die Ausgaben) zu erklären. Die positiven Umsätze sind wie beim Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuer (Achtung! Die Grenze von 17.500 gilt auch hier!), das Finanzamt kann jedoch eine Unternehmereigenschaft unterstellen – dann ist dieser Bereich nicht mehr privat. Das Finanzamt wird bei ausbleibenden Gewinnen keine Unternehmereigenschaft erkennen und die Tätigkeit als Hobby bzw. Liebhaberei kategorisieren.

Die freiwillige Spende aus Sicht des Spenders

Sollte eine Privatperson eine freiwillige Spende für ein Dienstleistung oder ein Programm geleistet haben, welches er für seine Arbeit gebrauchen kann (und somit eigentlich als Werbungskosten anerkannt werden könnten), dann ist das trotzdem nicht ansetzbar. Die Kosten hätten ja nicht entstehen müssen. Es ist eine freiwillige Spende. Als Spende ist es ebenfalls nicht abziehbar, da die Abzugsfähigkeit an spezielle Voraussetzungen gebunden ist (bspw. Gemeinnützigkeit oder eine Spendenbescheinigung). Anders sieht es für Unternehmen aus, die diese freiwillige Spende als Betriebsausgabe absetzen wollen. Das Umsatzsteuergesetz bietet dem Leistungsempfänger die Möglichkeit, eine Rechnung auszustellen. In einem solchen Fall heißt das Gutschrift. Eine Rechnungskorrektur ist eigentlich keine Gutschrift, sondern lediglich eine Berichtigung. Das bedeutet, dass derjenige, der Geld für diese Dienstleistung zahlt auch die Rechnung schreibt. Merkwürdig? Der Empfänger der Zahlung, also bspw. der Programmierer, kann dieser Gutschrift natürlich widersprechen. Wenn er das nicht macht, ist diese Zahlung als Betriebsausgabe abziehbar und die Umsatzsteuer als Vorsteuer erstattungsfähig.

Mein Hinweis an dieser Stelle: Natürlich sollte man wissen, mit wie viel Umsatzsteuer (oder gar keine bei einem Kleinunternehmer oder Privatmann) die Rechnung erstellt wird. Der Programmierer muss diese Umsatzsteuer natürlich seinem Finanzamt melden und abführen.

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