Skonto, Rabatt und Umsatzsteuer

Heutiges Thema ist mal wieder die für den Staat wichtigste Einnahmequelle – Umsatzsteuer. Alltäglich tauchen Rechnungen auf, die einen Rabatt oder Skonto beinhalten.

Skonto, Rabatt und Umsatzsteuer

Prozente
Quelle: Markus Wegner/pixelio.de

Im Prinzip ist der Rabatt kein Problem. Dieser wird meist vor Erstellung der Rechnung verhandelt. Schwierig wird es erst, wenn eventuell Beanstandungen an der Leistung oder Lieferung eine Rechnungsberichtigung notwendig machen. Was passiert mit der Umsatzsteuer? Was passiert mit der Vorsteuer? Innerhalb eines Veranlagungszeitraumes ist eine Korrektur der Umsatzsteuer sicherlich auch kein Problem, wie sieht es aber mit einer rückwirkenden Änderung über einen Veranlagungszeitraum hinweg aus? Prinzipiell trifft dieses Problem natürlich nur Unternehmen, die Umsatzsteuer nach vereinbarten Umsätzen besteuern (Sollversteuerung).

Nachträglicher Rabatt und Umsatzsteuer

Sie haben eine Rechnung erstellt. Umsatzsteuer ist gegenüber dem Finanzamt erklärt und abgeführt. Im Folgemonat verhandelt der Kunde mit Ihnen den Preis nach und Sie gewähren ihm einen Rabatt. Sie erstellen eine berichtigte Rechnung (die Bemessungsgrundlage für den Rabatt und die Umsatzsteuer ist  natürlich der Nettowert) und eine berichtigte Umsatzsteueranmeldung für den vorherigen Monat. Die Verwaltungsauffassung besagt übrigens, dass erst zum Zeitpunkt der Rechnungsberichtigung auch die berichtigte Umsatzsteuer gilt. Ob dem tatsächlich so ist, wird derzeit noch vor dem BFH ausgefochten. Weitere zu berücksichtigende Konsequenzen innerhalb eines Veranlagungszeitraumes (das Wirtschaftsjahr) gibt es eigentlich nicht. Für unterschiedliche Veranlagungszeiträume wird die ganze Sache bereits interessanter und hier rate ich zu einem Steuerberater, denn eventuell fallen Zinsen an, eventuell aber nicht. Das kommt immer auf ganz bestimmte Vorraussetzungen an.

Für den Unternehmer, der die Rechnung bekommen hat, sieht die Situation spiegelverkehrt aus. Er bekommt die Vorsteuer der ersten Rechnung aus dem ersten Monat vom Finanzamt und muss anschließend die Vorsteuer korrigieren, also wieder etwas von der Umsatzsteuer an das Finanzamt zurückzahlen. Auch hier wieder der Hinweis zum vorherigen Absatz – bei dem Zeitpunkt der Berichtigung gibt es unterschiedliche Auffassungen.

(Nachträglicher) Skonto und Umsatzsteuer

Skonto ist ein interessanter Bestandteil einer Rechnung. Es muss keine Rechnung berichtigt werden. Das Skonto steht ja bereits auf der Rechnung. Es entfaltet nur Wirkung bei rechtzeitiger Zahlung. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass die Rechnung zuerst mit dem vollen Rechnungsbetrag und somit der vollen Umsatzsteuer an das Finanzamt gemeldet werden muss. Das gleiche gilt für den Rechnungsempfänger und der Vorsteuer. Erst, wenn die Voraussetzungen des Skontoabzugs vorliegen muss buchungstechnisch der Vorgang wie beim Rabatt berichtigt werden.

Ein Hinweis zum Schluss. Berichtigt wird immer nur der Nettowert. Denn das ist die Bemessungsgrundlage für Skonto, Rabatt und Umsatzsteuer.

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