Existenzgründung – in 3 Schritten

Sie haben eine Idee? Sie haben einen Plan, diese Idee umzusetzen? Sie wollen am Besten gleich mit der Existenzgründung starten? Ich helfe Ihnen – zumindest mit dem Finanzamt.

Existenzgründung - in 3 Schritten

Existenzgründer in Startposition
Quelle: Benjamin Thorn/pixelio.de

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie keinen Steuerberater, Existenzgründungsberater oder andere Institutionen benötigen, um Ihre Existenzgründung zu realisieren, dann gibt es hier von mir erstmal: „Respekt!“

Es erfordert Mut, ein Unternehmen zu gründen. Es erfordert Risikobereitschaft ein Unternehmen zu gründen! Und es bedeutet (vor allem bei den Kleinen – und wer fängt schon groß an?) sehr viel Selbst und sehr viel Ständig! Wenn Sie sich selbst im Bereich Finanzbuchhaltung Wissen angeeignet haben und Zeit haben, um den Start kostengünstiger zu realisieren, dann wird Ihnen dieser Artikel weiterhelfen.

Die folgende Übersicht zeigt nur die 3 Schritte, die zwingend notwendig sind, um der Bürokratie Genüge zu tun. Es ist nicht berücksichtigt, dass einige Branchen bestimmte Zulassungsvoraussetzungen oder Beschränkungen haben (z.B. die Steuerberaterkammer bei Steuerberatern oder das Gesundheitsamt bei Restaurants).

1. Schritt: Gewerbe anmelden

Das ist jedoch nur notwendig, wenn es sich um ein Gewerbe handelt. Bei bspw. Freiberuflern (Rechtsanwälte, Ärzte, Steuerberater…) gründet man kein Gewerbe. Hier entfällt dieser Schritt. Anmelden kann man seine Existenzgründung beim Ordnungsamt für Gewerbeangelegenheiten. Hier werden meist Kosten zwischen 15 und 35 Euro verlangt.

2. Schritt: Unternehmen beim Finanzamt anmelden

Üblicherweise erfolgt nach der Gewerbeanmeldung automatisch eine Erfassung beim Finanzamt. Das Finanzamt schreibt dann dem Existenzgründer einen Brief mit einem Erfassungsbogen. Der muss ausgefüllt und zurückgesandt werden. Wer schneller sein möchte – hier ist ein Download für den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Einfach ausfüllen und zum Finanzamt senden.

3. Schritt: Warten auf die Steuernummer

Jetzt wird es schwierig. Das Finanzamt vergibt (ca. 2 – 3 Wochen nach Eingang des Formulars „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ ) eine Steuernummer. Diese Steuernummer muss auf jede Rechnung, die Sie einem Kunden schreiben. Ohne diese Steuernummer kann Ihr Kunde keine Vorsteuer ziehen und somit seine Umsatzsteuer nicht erstattet bekommen. Sollten Sie dennoch bereits Rechnungen schreiben oder geschrieben haben, müssen diese korrigiert werden. Im Zusammenhang mit diesem  Problem könnten diese zwei Artikel helfen: Rechnung, Rechnung, Rechnung – wichtig! und Rechnung berichtigen – wie geht das?

Was hat das jetzt alles eigentlich mit Finanzbuchhaltung zu tun? Sollten Sie als Existenzgründer einen Steuerberater haben, dann wird der ohne großen Aufwand den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung mit Ihnen zusammen ausfüllen und ans Finanzamt senden. Dieser Schritt wäre somit inklusive. Sollten Sie alles alleine machen wollen, dann werden Sie zwangsläufig auch „die paar Buchungen“ hinkriegen. Wenn Sie aber nicht ganz so versiert sind wie ein Steuerberater, dann werden Sie zumindest im Jahresabschluss die Dienstleistung des Steuerberaters in Anspruch nehmen (meine persönliche, ganz dringende Empfehlung). Damit der jedoch diese Leistung kostengünstig anbieten kann, empfiehlt sich die Nutzung eines entsprechenden Buchhaltungsprogramms, mit dem der Steuerberater etwas anfangen kann. (bspw. gibt es eine Schnittstelle zu Datev oder Lexware) Ich stelle demnächst ein paar interessante Möglichkeiten für Existenzgründer vor, um im Bereich Finanzbuchhaltung und Steuerberatung Kosten zu sparen.

Fazit

Sie haben (nach Abarbeitung der ersten zwei Schritte) ein Unternehmen gegründet. Sie sind Einzelunternehmer. Sie sind persönlich für Verbindlichkeiten und Leistungen, die im Rahmen Ihres Unternehmens anfallen, haftbar. Hört sich hart an, aber letzten Endes ist das ein wesentliches Element eines Unternehmers. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Existenzgründung.

11 Kommentare vorhanden in “Existenzgründung – in 3 Schritten

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  2. Da muss ich Reku zustimmen, es Bedarf schon etwas mehr an Planung. Was ich damit aber sagen ist nicht etwa, dass man sich ausschließlich über die Planung den Kopf zerbrechen soll, sondern einfach mehr Durchdenken. Zudem finde ich auch angebracht über mögliche andere Gesellschaftsformen zu denken, klar ist eine Gewerbe sehr schnell angemeldet und es kann dann losgehen aber genauso schnell kann es mit einer GbR gehen und diese Art der Gesellschaftsform hat definitiv ebenfalls ihren Vorteil – es gibt ja auch Steuerberater die bei solcher Art der Gesellschaftsformen Existenzgründer unterstützen wie in etwa dieser hier : http://www.stb-kaik.de/leistungen/existenzgründung

    Am sonsten ein guter Beitrag. Ich selber habe über viele Jahren eine Gewerbe gehabt und damals musste ich auch mehrere Wochen, knapp etwas mehr als einen Monat auf meine Steuernummer warten 🙂

    LG
    Sasa

    • Jede Gesellschaftsform hat so ihre Tücken. Eine GbR ist ja meistens auch nur ein Zusammenschluss von mehreren Einzelunternehmern.

      Bei „meinen“ letzten Existenzgründungen habe ich übrigens keine Woche auf die Steuernummer gewartet. Letzten Endes sollte die steuerliche Erfassung auch keine wirkliche Herausforderung darstellen. Die Problematik einer Existenzgründung findet im Wesentlichen nicht im steuerlichen Bereich statt. Lediglich die Entscheidung für die Gesellschaftsform entwickelt erhebliche und langfristige steuerliche Auswirkungen.

      Allerdings kenne ich auch Existenzgründer, die mit Formularen nichts anfangen können – aber mit ihrem Geschäft.

      • Vielleicht ist das auch etwas davon abhängig in welcher Stadt man lebt oder auch je nach Jahreszeit. Kann mir vorstellen aufgrund der Mitarbeiter-Fluktuation im Winter, dass da einfach alles länger dauert usw.

        Daher finde ich auch gut, dass solche Geschäftsmänner jegliche Unterstützung erhalten, damit die von der bürokratischen Arbeit nicht abgehalten werden und sich um ihre Geschäftsidee-Verwirklichung konzentrieren können.

        LG
        Sasa

        • Ja das stimmt. Teilweise wird aber bei bestimmten Branchen erst eine Umsatzsteuernachschau durchgeführt (bei einem Imbiss oder Restaurant z.B.), bevor die Steuernummer vergeben wird. Soll heißen, die sehen einfach nach, ob da jemand ist 😉

    • Einen guten Plan gibt es auch beim BMWI oder anderswo. Für meine Begriffe auch etwas überdimensioniert, aber wenn ich an meine Businesspläne denke… mit Anlagen… komme ich auch auf stattliche Seitenzahlen 😉

      Das ist aber hoffentlich für jeden Existenzgründer selbstverständlich. Ohne Plan – quasi planlos – sollte man nicht das finanzielle (und häufig nicht nur das) Fundament seiner Existenz einem unkalkulierten und dementsprechend unkalkulierbarem Risiko aussetzen. Ich lass den Link trotzdem durchgehen, denn für den einen oder anderen ist das vielleicht interessant… 😉

      Der Artikel beschäftigt sich jedoch eigentlich lediglich mit der ersten Hürde, wenn alles andere gedanklich, finanziell, strukturell, planmäßig usw. fertig ist. Eigentlich nicht der Rede wert, aber ich kenne viele Existenzgründer, die genau hier ein Problem sehen. 😉

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