Alle Jahre wieder – ein Geschenk an den Geschäftsfreund

Wie gestaltet man optimal, aus steuerlicher Sicht, ein repräsentatives Geschenk an einen Geschäftsfreund? Wie bringt man den Geschäftsfreund nicht in Verlegenheit durch eine unbewußte Einnahme und erhält sich selbst gleichzeitig den Betriebsausgabenabzug?

Alle Jahre wieder - ein Geschenk an den Geschäftsfreund

3 Geschenke
Quelle: Jorma Bork/pixelio.de

Aus steuerlicher Sicht wird die Frage gestellt, ob ein Geschenk auf der einen Seite eine Einnahme und auf der anderen Seite eine Ausgabe ist. Der Schenker sollte sich darüber genauso Gedanken machen wie der Beschenkte. Üblicherweise sollte man nur Gegenstände o.ä. im Gesamtwert von unter 10 oder unter 35 Euro (netto bzw. brutto für nicht Vorsteuerabzugsberechtigte) verschenken. Unter 10 Euro ist eine detaillierte Aufzeichnung nicht notwendig und es stellt keine Einnahme bei dem Beschenkten aber eine Betriebsausgabe bei dem Schenker dar. Unterhalb dieser Grenze wird die Freude über das Geschenk auch nach einer Betriebsprüfung anhalten. Diese Grenze gilt für das komplette Kalenderjahr auf jeden Geschäftsfreund separat bezogen. Wer diese Grenze übersteigt, sollte im Interesse des anderen die pauschale Steuer abführen. Wenn unter dieser Grenze geblieben wird, muss das Geschenk nicht als Einnahme berücksichtigt werden.

Die zweite Grenze 35 Euro ist schon etwas schwieriger zu händeln. Bei einem Geschenk über dieser Grenze fällt die Vorsteuer weg. Die Ausgabe ist keine Betriebsausgabe mehr. Es ist reines Privatvergnügen. Bei über 10 Euro müssen auch zwingend Steuern abgeführt werden. Entweder pauschal von dem Schenker oder mit dem individuellen Steuersatz durch den Beschenkten.

Manchem Geschenk sieht man den Wert jedoch nicht an. Eine Kopie der Rechnung wird wohl weniger mit in das Geschenk gelegt. Die Mitteilung, dass die pauschale Steuer entrichtet wurde, ist zu den Buchführungsunterlagen zu legen.

Was für Steuern sind eigentlich betroffen? Die Steuern vom Einkommen und Ertrag, also Einkommensteuer, Gewerbesteuer oder Körperschaftsteuer, können sich durch die Berücksichtigung des Geschenks als Einnahme auswirken. Der Gewinn und somit die Steuern steigen. Bei besonders wertvollen Geschenken ab 10.000 Euro sind übrigens keine pauschalen Steuern mehr möglich.

Meine Hinweise für ein Geschenk ohne Nachwehen ist entweder ein Geschenk unter 10 Euro auszuwählen oder dem Geschäftsfreund mitzuteilen, dass die pauschale Steuer auf das Geschenk unter 35 Euro bereits entrichtet wurde. Sollte das Geschenk wertvoller sein, unbedingt daran denken, dass sich dadurch der Gewinn erhöht.

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