Umzugskosten – mal wieder was Neues…

Umzug

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Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Erst im letzten Jahr wurden die Pauschalen für berufsbedingte Umzugskosten angehoben. Mit einem Schreiben vom 01.10.2012 aus dem Bundesministerium der Finanzen wird einiges noch einmal klargestellt. Im Detail geht es um Unterrichtskosten für die beteiligten Kinder sowie um die sonstigen Pauschbeträge für einen Umzug. Für alle Unwissenden sei ersteinmal verdeutlicht: Sollten bei einem Umzug die eigenen Kinder einen kostenpflichtigen Unterricht besuchen müssen, dann können diese Kosten zum Teil steuerlich anerkannt werden.

umzugsbedingte Unterrichtskosten

Solche Unterrichtskosten entstehen, wenn durch den Umzug ein Lernausfall stattfand (z.B. durch unterschiedliche Ferienzeiten) oder der Leistungsstand in der neuen Schule ein anderer ist. Um das Wissenniveau anzugleichen empfiehlt es sich, zusätzlichen Unterricht für das Kind zu organisieren. Die Höchstbeträge wurden wie folgt festgesetzt:

ab 01.03.2012 beträgt der Höchstbetrag 1.711 Euro

ab 01.01.2013 beträgt der Höchstbetrag 1.732 Euro

ab 01.08.2013 beträgt der Höchstbetrag 1.752 Euro

Die Berechnung, wieviel von den Unterrichtskosten angerechnet wird ist ein wenig schwierig (natürlich – es geht ja immerhin um Steuern…). Bis zur Hälfte des Pauschbetrages werden die Unterrichtskosten zu 100% anerkannt. Für die zweite Hälfte des Höchstbetrages werden die Kosten jedoch nur noch zu 75% anerkannt.

Ein Beispiel? Dem Steuerpflichtigen sind im Jahr 2012 für sein Kind umzugsbedingte Unterrichtskosten von 1.500 Euro entstanden. Der Höchstbetrag beträgt 1.711 Euro, die Hälfte davon 855,50 Euro. Bis zu diesem Betrag werden die Kosten voll anerkannt, verbleiben also noch 1.500 – 855,50 = 644,50 Euro an Unterrichtskosten. Davon kann er 75% geltend machen, das entspricht 0,75 x 644,50 = 483,38 Euro. Insgesamt kann der Steuerpflichtige 855,50 + 483,38 = 1.338,88 Unterrichtskosten als Werbungskosten geltend machen.

Pauschbetrag für sonstige Umzugskosten

Der Pauschbetrag für sonstige Umzugskosten wird ebenfalls noch einmal erhöht. Wie bei den Unterrichtskosten erfolgt die Anhebung in drei Schritten auf bis zu 1.390 Euro für Verheiratete. Eine dataillierte Auflistung erspar ich mir aber. Im Unterschied zu den Höchstbeträgen bedeutet jedoch ein Pauschalbetrag, dass man hier auch deutlich höhere Kosten geltend machen kann und dass 100% anerkannt werden. Sollten die tatsächlichen Umzugskosten also höher sein, dann wär es natürlich fahrlässig, nur die Pauschalen anzusetzen. Hier ist jedoch kein Nachweis erforderlich.

Ein Hinweis noch: Die Pauschalen betreffen nur die sonstigen Umzugskosten, also weder die umzugsbedingten Unterrichtskosten, noch die Kosten für ein Umzugsunternehmen, doppelte Miete, Besichtigungskosten oder Maklergebühren. Diese Kosten gelten natürlich zusätzlich! Bei der doppelten Haushaltsführung können die Pauschalen jedoch nicht angesetzt werden. Da zählen nur die tatsächlichen Kosten.

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