Steuererklärung 2011 – bin ich zu spät? Gibt’s was Neues?

Eine Frage, die in letzter Zeit sehr häufig gestellt wird. Ich will es einmal so sagen: „Nein! Nicht zu spät! Ja! Änderungen gibt es im Steuerrecht doch immer!“

Finanzamt / Steuerberater

Finanzamt / Steuerberater
Quelle: Thorben Wengert/pixelio.de

Die Frist zur Erklärung der Steuer für 2011 ist zwar am 31.05.2012 abgelaufen, das betrifft jedoch nur die Personen, die auch eine Steuererklärung machen müssen. Üblicherweise können die „Verpflichteten“ jedoch eine Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen. Diejenigen, die eine Steuererklärung auf freiwilliger Basis machen, können bis spätestens 31.12.2015 die Steuererklärung einreichen. Ohne Antrag! Ohne Anruf! Ohne Steuerberater! Diejenigen, die zu einer Abgabe verpflichtet wurden, sind in der Regel vom Finanzamt darüber informiert worden. Ich will bei dieser Gelegenheit auch mit einem Gerücht aufräumen. Wenn man eine Steuererklärung macht, dann ist man nicht automatisch dazu verpflichtet, im nächsten Jahr wieder eine zu machen. Wenn man das macht, liegt das meistens daran, dass es sich offensichtlich gelohnt hat 😉

Diejenigen, die eine Erklärung machen müssen, können sich jetzt noch in steuerliche Beratung geben. Das führt dazu, dass die Frist bis zum 31.12.2012 hinausgeschoben wird. Konsequenz einer Fristverletzung kann hier übrigens ein Verspätungszuschlag sein.

So weit zur zeitlichen Komponente. Dann will ich mal die meines Erachtens wichtigsten Dinge auflisten (der Rest ist für eine eher überschaubare Zahl Steuerpflichtiger), die für einen Teil der Unternehmer oder Privatpersonen zu beachten sind. Zumindest für einen ersten Anreiz für die Abgabe einer Steuererklärung sollte das genügen.

Das Arbeitszimmer!

Seit 2011 ist es wieder da – rückwirkend natürlich. Die Kosten des Arbeitszimmers können wieder angesetz werden (Miete, Strom, Heizung…). Das betrifft vor allem z.B. Lehrer, Außendienstmitarbeiter oder andere Berufsgruppen, die ein Arbeitszimmer zu Hause benötigen. Die Kosten sind jedoch auf 1.250 Euro begrenzt, es sei denn, das Arbeitszimmer ist der Mittelpunkt des gesamten beruflichen Schaffens – aber dann konnte man das auch bisher ansetzen…

Die Altersvorsorge!

Ab dem Veranlagungszeitraum 2011 ist zwingend notwendig, dass die Altersvorsorgebeiträge bzw. Sozialversicherungsbeiträge elektronisch an das Finanzamt übertragen werden. Bisher konnte man mit entsprechenden Nachweisen zwar den Sonderausgabenabzug sicherstellen, das reicht allerdings ab 2011 nicht mehr! Die entsprechenden Unternehmen sollten also die Steueridentifikationsnummer kennen und eine Erlaubnis zur Übertragung der Daten an das Finanzamt besitzen.

Abschreibung bei Einlagen von Wirtschaftsgütern aus dem Privatvermögen in das Betriebsvermögen!

Die Abschreibung ist künftig vom Einlagewert zu berechnen und nicht von den ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Beispiel: Ein Wirtschaftsgut hat 20 Jahre Nutzungsdauer und hat ursprünglich 100.000 Euro gekostet. Nach 10 Jahren (Wert 50.000) wird es ins Betriebsvermögen eingelegt. Die Bemessungsgrundlage ist 50.000. Wenn die Restnutzungsdauer sich nicht ändert (10 Jahre) bleibt alles gleich – wenn aber noch Sonderabschreibungen möglich sind, dann ist diese Änderung natürlich interessant, denn die beziehen sich auf die 50.000, nicht wie ursprünglich auf die 100.000!

Vorsteuerabzug bei gemischt genutzten Gebäuden!

Bisher konnte man bei gemischt genutzten Gebäuden meist die komplette Vorsteuer erstattet bekommen. Man musste dann in den Folgejahren eine Privatentnahme für den privaten Anteil buchen. Ab 2011 ist diese Regelung nicht mehr zulässig. Man bekommt lediglich den Anteil der Vorsteuer erstattet, die auf den betrieblich genutzten Teil des Gebäudes entfällt. Das führt in der Folge dazu, dass auch keine Privatentnahme mehr gebucht werden muss.

Dieser sehr kurze Auszug ist natürlich gerade mal die Spitze der Änderungen – insgesamt sind mit den Änderungen selbstverständlich bereits ganze Bücher gefüllt. Deswegen will ich es hierbei belassen. Die Werbungskostenpauschale für Arbeitnehmer hat sich 2011 zwar auch geändert, wird jedoch im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigt (automatisch vom Arbeitgeber). Um diese Pauschale zu bekommen, muss man keine Erklärung machen…

 

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