Entlastungsbetrag für Alleinerziehende trotz Ehe

Ehe

Straße der Ehe
Quelle: Martin Berk / pixelio.de

Tja, das klingt komisch, ist aber so 😉 Wie soll das denn gehen? Fangen wir einmal von vorne an. Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende beträgt derzeit pro Jahr 1.308 Euro und wird monatlich (bei Vorliegen aller Voraussetzungen) gewährt. Üblicherweise geschieht das bereits im Lohnsteuerabzugsverfahren über die Lohnsteuerklasse 2. Wenn im Laufe des Jahres der Alleinerziehende mit einer anderen volljährigen Person (nicht das eigene Kind) eine Haushaltsgemeinschaft gründet, gilt ab diesem Zeitpunkt der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende nicht mehr.

Im Gesetz ist ebenfalls vorgegeben, dass bei einer eingetragener Lebenspartnerschaft oder eheähnlicher Gemeinschaft (das ist ein Paar, welches zusammen wohnt!) die Voraussetzungen für den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende nicht mehr gegeben sind. Ebenso ist der Entlastungsbetrag ausgeschlossen, wenn mit dem Ehepartner zusammen oder einzeln veranlagt wird. Das bedeutet, dass eine Ehe ebenfalls schädlich für den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ist. Bisher gab es im Gesetz noch die Möglichkeit, im Jahr der Eheschließung die Anwendung der besonderen Veranlagung zu wählen. Das ist die Veranlagung, die fiktiv die Ehe missachtet. Das ist jedoch nur noch bis einschließlich Veranlagungszeitraum 2012 möglich. Der entsprechende Paragraph entfällt mit Wirkung zum 01.01.2013. Wie soll jetzt die Überschrift verstanden werden? Ein typisches Dilemma im Steuerrecht – man muss schon sehr genau hinsehen.

Bis zum Veranlagungszeitraum 2012 besteht die Möglichkeit, den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende bis zu dem Monat, indem man heiratet zu „nutzen“. Also wenn im Juni geheiratet wird, beträgt der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende 1.308 Euro / 12 Monate x 6 Monate = 645 Euro. Jedoch nur unter der Voraussetzung der besonderen Veranlagung. Das muss nicht unbedingt vorteilhaft sein. Hier wäre ein Vergleich der Veranlagungsformen (wie bei Ehepartnern prinzipiell ratsam) sinnvoll.

Ab 2013 gibt es die besondere Veranlagungsform nicht mehr und damit fällt auch die Möglichkeit weg, den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende für anteilige Monate zu bekommen.

Ein Hinweis noch für alle diejenigen mit Fragezeichen auf der Stirn. Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende mindert die Summe der Einkünfte und damit das zu versteuernde Einkommen. Je nach Höhe des Einkommens kann der Entlastungsbetrag also mehr oder weniger Auswirkung auf die Steuerlast haben.

Ein Kommentar zu “Entlastungsbetrag für Alleinerziehende trotz Ehe

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