Ehrenamtspauschale – Voraussetzungen und Steuern

Danke

Danke
Quelle: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Die Ehrenamtspauschale beträgt ab 2013 insgesamt 720 Euro (bis 2012 war es noch 500 Euro Ehrenamtspauschale). Steuern sind bis zu diesem Betrag nicht fällig. Wer jedoch in einem Jahr mehr als 720 Euro für ein Ehrenamt bekommt, muss darauf eventuell Steuern bezahlen (also bei 721 Euro muss 1 Euro versteuert werden). Um in den Genuss der Ehrenamtspauschale zu kommen muss der Steuerpflichtige erst einmal tatsächlich ein Ehrenamt ausüben. Das ist logisch. Ein Ehrenamt ist aber steuerrechtlich gesehen nicht einfach unbezahlte (oder wenig bezahlte) Arbeit, sondern hier müssen einige weitere Voraussetzungen erfüllt sein.

Voraussetzungen

„Arbeitgeber“ für die Inanspruchnahme der Ehrenamtspauschale muss eine juristische Person des öffentlichen Rechts (z.B. eine Gemeinde) sein. Möglich und vermutlich häufiger ist eine Körperschaft wie z.B. ein Verein oder eine Kirche. Auch hier ist die steuerfreie Entlohnung aufgrund der Ehrenamtspauschale möglich, sofern die Körperschaft gemeinnützig, mildtätig oder kirchlich tätig ist. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Steuerbefreiung bei einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ausgeschlossen ist. Das hat nämlich zur Folge, dass demzufolge auch die Steuerbefreiung mittels der Ehrenamtspauschale wegfällt.

Nicht notwendig ist jedoch eine weiterführende Beschränkung der Tätigkeit. Quasi kann der Steuerpflichtige die Ehrenamtspauschale bekommen, wenn er irgendeine Tätigkeit im Auftrag der gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Körperschaft ausführt, die nicht einen eventuellen, wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb berührt. Das kann ganz banal Laub fegen, Blumen gießen, Fenster putzen, Platzwart sein, Rasen mähen, Bälle aufpumpen oder was auch immer sein.

Eine weitere Voraussetzung ist das Entgelt. Bei unentgeltlicher Tätigkeit fällt die Ehrenamtspauschale komplett weg und mindert die Steuern somit nicht.

Sollte für die Tätigkeit bereits ein anderer Freibetrag genutzt worden sein (z.B. Übungsleiterpauschale), kann die Ehrenamtspauschale nicht mehr genutzt werden. Bei unterschiedlichen „Arbeitgebern“ können eventuell beide Pauschalen angesetzt werden.

Ganz wichtig, jedoch zum Schluss, es muss eine nebenberufliche Tätigkeit sein!

Steuern

Vom nebenberuflichen, ehrenamtlichen Einkommen kann die Ehrenamtspauschale abgezogen werden – es fallen weniger Steuern an. Die Ehrenamtspauschale wirkt wie die Werbungskostenpauschale für die nichtselbstständige Tätigkeit (1.000 Euro) und soll die Aufwendungen des Steuerpflichtigen, die er in Bezug zu den Einkünften hatte, pauschal abgelten. Das bedeutet natürlich auch, dass bei höheren Aufwendungen auch höhere Abzüge ermöglicht werden. Jedoch nur bis zu der Höhe, wie auch Einnahmen vorhanden sind. Bspw. sind für ehrenamtliche Tätigkeiten 2.000 Euro Einkünfte zu verzeichnen. Die Aufwendungen des Steuerpflichtigen betragen 1.000 Euro. Insgesamt müssen für 1.000 Euro ehrenamtliche Tätigkeit Steuern gezahlt werden. Die Anwendung der Ehrenamtspauschale wäre hier ungünstig. Bei gar keinem Aufwand wird die Ehrenamtspauschale von 720 Euro abgezogen, bei über 2.000 Euro Aufwand werden leider nur 2.000 Euro abgezogen (in dem Fall wäre die gesamte Tätigkeit steuerfrei). Üblicherweise kann man Verluste (das letzte Beispiel) ins Folgejahr vortragen bzw. ein Jahr zurücktragen, das ist im Fall der ehrenamtlichen Tätigkeit jedoch nicht möglich.

Zum Schluss ein Wort in eigener Sache:

Danke an alle Ehrenamtlich Tätigen!

3 Kommentare vorhanden in “Ehrenamtspauschale – Voraussetzungen und Steuern

  1. Frage: Muss ich eine Ehrenamtliche Pauschale von 720 EURO im Jahr bei Bezug einer Witwenrente, dies als Einkommen angeben?
    MfG
    Manfred Markowsky

    • Hallo Herr Markowsky,

      ich darf Ihnen diese Frage leider nicht beantworten. Das ist den vom Steuerberatergesetz bezeichneten Personen vorbehalten – beispielsweise einem Steuerberater.

      mfg
      Johannes Neumann

  2. Bezieht sich der Begriff Ehrenamts-„Pauschale“ auf den Bereich der steuerlichen Ermäßigung und/ oder auf die Vergütung der Tätigkeit; muss diese „pauschal“ erfolgen oder kann diese auch in Form einer definierten Arbeitszeit- Vergütung sein?

    Vielen Dank
    Johannes Wolters

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.