Auslöse – im Rahmen einer Entgeltumwandlung?

Bauarbeiten

Bauarbeiten
Quelle: berggeist007/pixelio.de

Eine Auslöse ist prinzipiell für einen Arbeitnehmer eine gute Sache. Eine Auslöse ist ein steuerfreier Gehaltsbestandteil. Üblicherweise gibt es Vereinbarungen über diese Auslöse im Rahmen eines Tarifvertrages oder individuellen Arbeitsvertrages. Meist mit dem Hintergrund, dass die Auslöse als zusätzliches Entgelt bezahlt wird. Es besteht aber auch die Möglichkeit, den steuerfreien Gehaltsbestandteil als Entgeldumwandlung, also ohne zusätzliche Zahlung des Arbeitgebers, zu nutzen. In diesem Artikel wird ganz kurz auf die „Auslösebestandteile“ Bezug genommen und anschließend die verschiedenen Möglichkeiten der Handhabe mit den dazugehörigen Vor- und Nachteilen diskutiert.

Was ist eine Auslöse?

Die einzelnen Bestandteile der Auslöse können z.B. sein:

Der Arbeitgeber bezahlt einfach einen Teil der Pauschalen bzw. tatsächlichen Kosten (oder alles) als steuerfreien Arbeitgeberanteil an den Arbeitnehmer aus. Dieser Betrag ist dann steuerfrei, wird nicht versteuert – ist dann Netto wie Brutto beim Arbeitnehmer! 🙂

Standardauslöse

Ein typischer Arbeitnehmer (Steuklasse I, keine Kinder, konfessionslos) bekommt im Monat 2.000 Euro Brutto (entspricht ca. 1.356 Euro Netto, 229 Steuern und 415 SV-Abgaben). Für eine Dienstreise von 1 Monat Dauer bekommt er von seinem Arbeitgeber eine Auslöse in Höhe von 696 Euro für seinen Verpflegungsmehraufwand. Unterkunft wurde vom Arbeitgeber gestellt, die Fahrt wurde mit einem Dienstwagen durchgeführt. Der Arbeitnehmer bekommt nun am Monatsende 2.696 Euro Brutto (entspricht 1.356 + 696 = 2.052 Euro Netto, 229 Steuern und 415 SV-Abgaben)

keine Auslöse

Der typische Arbeitnehmer (wie oben) bekommt von seinem Arbeitgeber keine Auslöse. Ihm entstehen 696 Euro Werbungskosten, die er in seiner Steuererklärung ansetzen kann. Soweit seine Werbungskosten 1.000 Euro insgesamt nicht übersteigen, wirken sich diese Werbungskosten nicht aus.

Auslöse als Entgeltumwandlung

Der typische Arbeitnehmer bekommt keine Auslöse. Für diese Dienstreise wurde im Vorhinein vereinbart, dass ein Teil seines Lohns in einen steuerfreien Gehaltsbestandteil umgwandelt wird. Von seinem Arbeitgeber bekommt er nun 2.000 Brutto (entspricht 696 Euro (aus Gehaltsumwandlung) + 830 Euro (aus 2.000 – 696 = 1.304 steuerpflichtiges Entgelt) = 1.526 Euro Netto, 59 Steuern, 415 SV-Abgaben). In seiner Einkommensberechnung werden die 1.000 Euro Werbungskostenpauschale nicht gekürzt, diese hat er zusätzlich zur Verfügung.

Fazit der Auslösealternativen

Der Fall 1 ist optimal für den Arbeitnehmer. Sollte der Arbeitgeber jedoch nicht bereit sein, Auslöse zu zahlen (das will ich nicht bewerten, da gibt es bestimmt unterschiedliche und beidseitig begründbare Sichtweisen), dann scheint es auf den ersten Blick mit der Entgeltumwandlung eine Super Alternative zu geben. Der Arbeitnehmer hat mehr Netto, die SV-Abgaben (wichtig z.B. aufgrund der Rentenversicherung) bleiben gleich. Für den Arbeitgeber ändert sich somit nichts.  Ein kleiner aber in Zukunft wohl entscheidender Hinweis sollte auch nicht vergessen werden: Gibt es einen Mindestlohn? Wenn ja: Wird nur der steuerpflichtige Teil in die Mindestlohnberechnung einberechnet? Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen. Man sollte hier den Einzelfall betrachten, um nicht von falschen Vorraussetzungen auszugehen.

3 Kommentare vorhanden in “Auslöse – im Rahmen einer Entgeltumwandlung?

  1. Hallo Herr Neumann, Ihren Beitrag finde ich grundsätzlich toll, nur entspricht er nicht ganz der Wahrheit. Auslöse als Entgeltumwandlung ist nicht nur steuerfrei, sondern infolgedessen auch sozialversicherungsfrei. Also bitte erst sorgfältig recherchieren und dann veröffentlichen, nicht dass Sie mir noch durch die Steuerberaterprüfung fallen:-)

    LG

    Georg Vogginger

    • ? Danke erstmal für den Hinweis. Das muss ich gleich mal checken, warum ich anderer Auffassung bin. Machen Sie sich um mein Examen aber bitte keine Sorgen. Jetzt ist es eh zu spät (letzten Donnerstag war letzter Prüfungstag) und Sozialrecht bzw. Arbeitsrecht ist nicht Prüfungsrelevant. Nichtsdestotrotz sollte hier nichts falsches stehen.

  2. Guten Tag, ich war vom 23.09.-18.10.2013 zum Einarbeiten in einer anderen Stadt von meinem Arbeitgeber wurde dies angeordnet.
    Nun hat dieser mir die Hotelkosten erstattet, das Hotel wurde vom Arbeitgeber gebucht aber leider weigert er sich
    mir die Verpflegungskosten zu zahlen mit dem Hinweis,
    die Orginale der Hotelrechnungen wären abhanden gekommen.
    Habe den Arbeitgeber tel.und schriftlich aufgefordert.
    Was kann ich noch tun?

    Mit freundlichen Grüßen

    Frau Sauer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.