Verspätungszuschlag reduzieren, geht das?

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Quelle: stockarch / morguefile.com

Bevor ein Verspätungszuschlag reduziert werden kann, sollten einige allgemeine Dinge geklärt sein.

Der Grund für den Verspätungszuschlag sollte erledigt sein. Bspw. ist ein Einkommensteuerbescheid erlassen worden mit gleichzeitiger Festsetzung eines Verspätungszuschlages, da trotz Aufforderung und Fristüberschreitung keine Erklärung abgegeben worden ist. Hier muss also die Erklärung eingereicht werden.

Der Verspätungszuschlag liegt im Ermessen des Finanzamtes und darf bis zu 10% der festgesetzten Steuer betragen (bzw. maximal 25.000 Euro). Sollte nach der Erklärung eine geringere festgesetzte Steuer errechnet werden, verringert sich der Verspätungszuschlag automatisch.

Folgender Fall: Eine Privatperson erklärt normalerweise seine Steuern selbst ohne steuerliche Beratung. Die Frist für die Einkommensteuererklärung (zumindest wenn der Steuerpflichtige zur Abgabe verpflichtet ist) ist der 31.05. des Folgejahres. Im November erhält er einen geschätzten Bescheid inkl. Verspätungszuschlag. Sollte er sich jetzt in steuerliche Beratung geben, verlängert sich seine Frist auf den 31.12. des Folgejahres, er hat die Frist also noch nicht überschritten. Der Grund für den Verspätungzuschlag fällt also bei einer kurzfristigen Reaktion weg. Er sollte aber schnell reagieren, da nach einem Monat in der Regel der Einkommensteuerbescheid bestandskräftig wird. Dann ist nur noch etwas zu retten, wenn der Einkommensteuerbescheid vom Finanzamt noch „offen“ gehalten wird. (Das passiert sehr häufig bei Schätzbescheiden, aber nicht immer!)

Der Steuerpflichtige hat zu spät reagiert und die Steuererklärung erst nach dem 31.12. eingereicht. Jetzt kann lediglich die 10% Marke den Verspätungszuschlag reduzieren bzw. das Finanzamt wird die Überlegungen des Ermessens zu Gunsten des Steuerpflichtigen ändern. (Finanzbeamte sind auch nur Menschen!) Man sollte natürlich am besten einen stichhaltigen Grund für die Verspätung darlegen und am besten noch ergriffene Maßnahmen, damit das nicht mehr vorkommt. Mit solchen Überlegungen kann die Finanzverwaltung eher der Reduktion zustimmen.

Mein Hinweis: Spätestens nach der Aufforderung sollte man 5 Minuten investieren (Telefon oder E-Mail), damit man noch eine Fristverlängerung erreicht. In der Regel ist das möglich. Wer auch das nicht schafft, sollte einen Steuerberater aufsuchen, denn die Erklärung dauert auch noch einmal, auf jeden Fall mehr als 5 Minuten.

Ein Kommentar zu “Verspätungszuschlag reduzieren, geht das?

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