Gleitzone und 400 Euro Job = mehr Netto vom Brutto?

Haken

abgehakt
Quelle: Gerd Altmann / pixelio.de

Wenn ein Arbeitnehmer eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung ausübt, das kann auch innerhalb der Gleitzone sein (zwischen 400 und 800 Euro Monatslohn), spricht nichts gegen eine weitere Beschäftigung als sogenannter Minijobber. Demgegenüber führen mehrere Minijobs nebeneinander zu Sozialversicherungspflicht. Die Bedingungen dazu sind auf der Seite der Knappschaft-Bahn-See (Minijobzentrale) sehr gut beschrieben.

Die Vorteile will ich einmal kurz erläutern. Ein Arbeitnehmer A verdient bei einem Arbeitgeber 800,- Euro (Gleitzone), bei einem anderen Arbeitgeber bekommt er noch einmal 400,- Euro. Wenn dieser Arbeitgeber die Pauschalsteuer in Höhe von 2% abführt (das ist üblich), wird der Minijob bei der Berechnung der Einkommensteuer ohne Progressionsvorbehalt gewertet (das bedeutet keine Steuern und keine Steuererklärung). Der Bruder B des Arbeitnehmers A verdient bei seinem Arbeitgeber 1.200 Euro brutto und hat keinen weiteren Nebenjob. Beide habe also als Bruttogehalt insgesamt das gleiche.

Was bekommt A netto?

1. Job: 800,- Euro brutto

Lohnsteuer: 0,- Euro

SV-Abzüge: ca. 166,- Euro

→ A bekommt netto 800 – 166 = 634 Euro

2. Job: 400,- Euro brutto

Lohnsteuer: 0,- Euro

SV-Abzüge: 0,- Euro

→ A bekommt netto 400 Euro

Insgesamt verdient A 1.034 Euro netto!

Was bekommt B netto?

1. Job: 1.200,- brutto

Lohnsteuer: ca. 41,- Euro

SV-Abzüge: ca. 249,- Euro

Insgesamt verdient B 910 Euro netto!

Somit hat A, trotz insgesamt gleichem Brutto, 124 Euro mehr im Monat zur Verfügung (1.488 Euro im Jahr). Natürlich können die Zahlen auch anders aussehen, je nachdem, welche Lohnsteuerklasse, welche Krankenversicherung (Zusatzbeiträge?) oder steuerfreie Gehaltsbestandteile anfallen. Für einen groben Überblick ist aber eine Tendenz erkennbar. Wichtig ist, dass eine Beschäftigung neben einem Minjob eine Hauptbeschäftigung ist und zwei unterschiedliche Arbeitgeber vorhanden sind. (Auf den Chef kommt es nicht an, ein Arbeitgeber kann z.B. auch eine GmbH oder ein Verein sein, bei denen ein und dieselbe Person Vorsitzender bzw. Geschäftsführer ist.)

3 Kommentare vorhanden in “Gleitzone und 400 Euro Job = mehr Netto vom Brutto?

  1. Pingback: neue Grenze bei Minijob und Gleitzone ab 2013 - was sich ändert | Taxdocs Blog

  2. Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich hatte bis mitten in dem Jahr 2012 eine sozialversicherte Arbeit ,bei der ich meine Abzüge bezahlte und hatte nebenbei noch einen 400 € geringfüg. Job ,bei der ich 350 € herausbekam.
    Muß ich bei der Einkommenssteuererklärung beide Jobs angeben und eintragen ,oder wie muß ich mich da verhalten.

    Vielen Dank für Ihre Hilfe.

    Mit freundlichen Grüßen

    Beringer Heidi

    • Sehr geehrter Herr Heidi,

      wie in dem Artikel bereits beschrieben, müssen die Einkünfte des Minijobs nicht erklärt werden, wenn der Arbeitgeber die Pauschalsteuer in Höhe von 2% gezahlt hat. Hat er das nicht getan, muss er Ihnen eine Information über die Höhe der steuerpflichtigen Einkünfte geben.

      mfG zurück 😉

      Johannes Neumann

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